Ludwigshafen

Oggersheim Sportschütze Kurt Adamus bei Wettkämpfen in Suhl erfolgreich / Goldmedaille knapp verfehlt

Mit 81 Jahren Vizeweltmeister

Ludwigshafen.„Der Freitag der 13. ist mein Glückstag!“ Kurt Adamus blüht auf, wenn er von seinem besonderen Tag erzählt. Denn es kommt noch besser: „Am Freitag den 13. um 13 Uhr wurde ich Vizeweltmeister.“ Der internationale Sportschützenverband ISSF veranstaltete in Suhl die Weltmeisterschaft. Im Wettbewerb Luftgewehr aufgelegt, Zehn-Meter-Distanz, hat es für die Schützengesellschaft Oggersheim 1887 startenden Kurt Adamus für den zweiten Platz gereicht: Silbermedaille und damit Vizeweltmeister.

Es war eine Premiere nicht nur für Adamus, sondern auch für den ISSF, denn erstmals fanden auf der Weltmeisterschaft auch Seniorenwettbewerbe statt: „Die haben endlich erkannt, dass die Senioren auch wichtig sind.“ Adamus startete in der Gruppe fünf – Senioren ab 75. „Ich war der Älteste im Wettbewerb“, berichtet er stolz, „mit 81 Jahren.“

Er stammt aus Ohlweiler, unweit von Simmern im Hunsrück. „230 Menschen haben dort gelebt.“ Und einen Verein gab es dort, den Schützenverein. Seine Frau Margot wurde kürzlich für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt – aktive Sportschützerin ist sie aber nicht. Nach der Volksschule lernte Adamus in der örtlichen Genossenschaft Molkereigehilfe, „wir haben Butter hergestellt.“ Doch 1973 schloss die Molkerei, er wechselte in die Molkerei ins benachbarte Kirchberg, die wurde auch bald geschlossen. Auf der Suche nach Arbeit kam er nach Worms, beim Logistikdienstleister Fiege-Bosch fing er neu an. In seiner neuen Heimat blieb er seinem Sport treu und wurde Mitglied bei der Schützengesellschaft Oggersheim 1887: „Hier hat es mir gefallen, hier trete ich ein.“

Deutscher Meister von 2016

So hat er schon drei Vorstände in Oggersheim erlebt – und auch diverse Erfolge: 2012 belegte er im Kleinkaliber-Mannschaftsschießen auf der Deutschen Meisterschaft den dritten Platz, zwei Jahre später im Kleinkaliber-Mannschaftsschießen mit Fernrohr den zweiten Platz und 2016 wurde er gar Deutscher Meister im Einzelwettbewerb 50 Meter Auflage mit Zielfernrohr. Es war eine denkbar knappe Entscheidung damals, wie er erzählt: „Mein Gegner hatte dieselbe Punktzahl: 297 Ringe.“

Und dann gab es 2019 erstmalig die Weltmeisterschaft der Senioren. Die Teilnehmer reisten nicht nur aus Deutschland und Europa nach Suhl, sondern aus der ganzen Welt. In seiner Gruppe waren auch Teilnehmer aus der Mongolei und Japan gemeldet. „Die erste Serie war gut“, wie Kurt Adamus berichtet, mit 105,6 Ringen lag er mit einem Ring Vorsprung auf Goldkurs: „Ich muss gut weiterschießen“, hat er sich gesagt, doch dann hat er kurz nicht aufgepasst und eine 9,7 geschossen: „Oh, jetzt wird es schwer“, war seine Reaktion nach Runde zwei, die er mit 104,6 Ringen abschloss. Aber sein direkter Verfolger schoss noch schlechter und rutschte auf Platz drei ab. Adamus blieb nach der zweiten Runde auf Goldkurs und konnte den Vorsprung gar auf 1,1 Ringe ausbauen.

Die dritte und letzte Serie lief für Adamus gut. „Ich habe nur Zehner geschossen.“ Er konnte nochmals 104,6 Punkte erzielen und schloss den Wettbewerb mit 314,8 Punkten ab. Er war der erste der Schützen, der fertig war, sein Blick ging erstmals auf die Anzeigetafel, da sah er seinen Namen auf dem ersten Platz. Doch noch waren die anderen Schützen nicht fertig: Der Drittplatzierte schoss noch schlechter und blieb auf seinem Platz. Jedoch legte sein direkter Verfolger eine sehr gute Serie hin und erzielte 106 Punkte, das waren 1,4 Ringe mehr als Adamus. Damit war auch sein komfortabler Vorsprung von 1,1 Ringen weg: Mit einem denkbar knappen Rückstand verpasste Kurt Adamus Gold und wurde Vizeweltmeister.

„Ich bin voll und ganz zufrieden“, so Adamus. In Suhl wurde bis spät in die Nacht gefeiert während Kollegen, Familie und Freunde ihm per Telefon und WhatsApp aus der Heimat gratulierten: „Das war ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen kann.“ Und als Vize-Weltmeister fährt Adamus Anfang Oktober zu den Deutschen Meisterschaften nach Hannover (Kleinkaliber) sowie Ende Oktober nach Dortmund (Luftgewehr). Im Team fehlt ihm noch eine Goldmedaille, die will er mit Rainer Bals und Joachim Gelder in Hannover gewinnen, da ist er sehr zuversichtlich: „Wir sind gut, haben noch Luft nach oben und arbeiten daran, dass dem Gegner die Luft nach oben dünner wird.“

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