Ludwigshafen

Gartenstadt Internationale Rassehundeschau auf dem Gelände des VSK Germania Niederfeld / 36 Tiere bewertet

Mit vier Pfoten über den Laufsteg

Ludwigshafen.Zweibeiner haben hier nichts zu melden. Im Mittelpunkt stehen die Vierbeiner: Dackel aller Couleur, Collies, Retriever und was es sonst noch so an Hunderassen gibt. Bei der Advents-Rassenschau des Internationalen Rasse-Jagd-Gebrauchshunde-Verbands (IRJGV), Gruppe Ludwigshafen/Frankenthal, zeigen sie sich von ihrer besten Seite.

„Besonders achte ich darauf, dass das Gebiss und die Rute in Ordnung sind, und das Gebäude des Tieres ausgeglichen ist“, sagt Klaus Elsässer, der als Richter bei der Rassenschau die Tiere bewertet. „Dafür sitzen sie zuerst hier auf dem Tisch. Bei größeren Hunden machen wir die Untersuchung draußen, sonst bricht der Tisch zusammen. Anschließend werden die Tiere im Stehen und im Laufen bewertet, damit man sehen kann, ob die Beine gerade sind.“ Elsässer ist seit 20 Jahren Richter bei Rassenschauen, besondere Favoriten hat er nicht: „Ich mag alle Hunde, da gibt es keinen Unterschied.“

„Bestätigung für Pflege“

Marion Henn bevorzugt Dackel. Ihre neunjährige Kessy ist in Sachen Rassenschau eine echte Expertin: Beim Wettbewerb in Ludwigshafen zeigt sie zum 53. Mal Zähne und Manieren vor einem Richter. Bisher bekam Langhaardackel Kessy bei jedem Start die Note „vorzüglich“, 38 Mal wurde sie mit einem Titel als schönster Dackel ausgezeichnet. „Die Bestätigung bedeutet mir viel“, sagt Henn. „Es ist gut zu wissen, dass alles in Ordnung ist, und eine Bestätigung für die Pflege.“ Dabei macht sie nichts Besonderes: „Morgens gucke ich nach Zähnen und Ohren. Aber sonst gibt es keine Besonderheiten. Kessy darf oft auf den Hundeplatz, damit sie sich bewegt.“

Georg Schnell und Doris Mann sehen das Ganze mit ihrem Dackel Paul lockerer: „Wir sind hier nicht mit dem Ehrgeiz, etwas zu gewinnen“, sagt Mann. „Es ist eher schön, mal die anderen Hunde zu sehen.“ Außerdem sei man als Mitglied im Hundeverband quasi verpflichtet, mitzumachen. Das sehen aber offenbar nicht alle Hundefreunde so: Gut 22 000 Mitglieder hat der Verein, zweibeinige wohlgemerkt. Vierbeiner dürften es durch diverse Züchter sehr viel mehr sein. Bei der Schau sind es nur 36 Tiere, die begutachtet werden. „In den letzten Jahren hatten wir immer mehr als 60 Hunde hier, aber heute sind viele wegen des schlechten Wetters zu Hause geblieben“, sagt Werner Guth, stellvertretender Vorsitzender des IRJGV.

Die anwesenden Hunde werden zuerst von Klaus Elsässer begutachtet und erhalten Noten von „gut“ bis „vorzüglich“. Besonders gut gepflegte Tiere bekommen den Zusatz „Internationaler Schönheitschampion“ (CACIB). Alle Hunde mit „vorzüglich“-Siegel werden dann subjektiv nach Schönheit begutachtet. Das Tier, das am meisten überzeugt, bekommt eine Urkunde und einen Eintrag in der Ahnentafel. Eine Bedeutung habe das Siegel nur für Züchter, meint Guth: „Zuchthunde müssen mindestens das Siegel „sehr gut“ haben, sonst dürfen sie nicht eingesetzt werden. Da reicht ein krummer Rücken oder ein fehlender Zahn.“

Guth ist ebenfalls Herrchen von zwei Rauhaardackeln. „Aber wenn man so eine Schau organisiert, fehlt die Zeit, um selbst teilzunehmen.“ Er überlässt den Laufsteg lieber anderen Vierbeinern. Wie zum Beispiel Paul und Kessy. Beide können sich in ihrer Rasse durchsetzen und siegen.