Ludwigshafen

Geburtstag Protestantische Jugendkirche feiert Zehnjähriges

„Mutig, offen und ohne feste Strukturen“

Archivartikel

Ludwigshafen.Mit einem großen Fest feierte die Protestantische Jugendkirche in Ludwigshafen Süd ihren zehnten Geburtstag. Bis 2009 trug sie den Namen Versöhnungskirche. Dann wurden verschiedene Baumängel immer sichtbarer. „Sie war in die Jahre gekommen. Obwohl erst Mitte Dreißig, litt sie doch unter erheblichen Gebrechen“, so Pfarrer Michael Köhl. Das Flachdach war undicht, Regen drang ein und ließ den Holzboden aufquellen. Nach einem mehrjährigen Entscheidungsprozess, was mit dem Gebäude geschehen sollte, ging es durch eine Schenkung in den Besitz des Protestantischen Kirchenbezirkes über. Die Synode trug einen sechsstelligen Betrag für die Renovierung bei.

Außerschulischer Lernort

Doch nicht nur das Gebäude wurde erneuert, sondern auch die Form der Kirche selbst, die ab diesem Zeitpunkt eine Kirche für Kinder und Jugendliche sein sollte – mit Kindertagesstätte „Hummelnest“ inklusive. Seitdem nutzen die Evangelische Jugend und das Stadtjugendpfarramt die Räume als festen Ort für Jugendgottesdienste, Schulungen, Jugendverbandsarbeit, Events, Bandprojekt und Inszenierungen von Musicals, KinderVesperKirche und anderes. Außerdem etabliert sich die Jugendkirche immer mehr als außerschulischer Lernort für Ludwigshafener Schulen, wie zum Beispiel die BBS Technik 2. Am Festtag sorgten die Schüler der BBS für Catering und Service, inklusive Vor- und Hauptspeise und einer gigantischen Geburtstagstorte, für die sie mit Petit Fours das Logo der Jugendkirche nachgebildet hatten. Auf dem Programm standen auch ein Jugendgottesdienst, ein Kinderprogramm und ein gemütlicher Ausklang mit Band. „Von den Leuten, die vor zehn Jahren mit angepackt und die Jugendkirche gegründet haben, sind nur noch wenige hier. Das ist ein Zeichen, dass sie jung geblieben ist und sich immer wieder erneuert“, sagte Hartmann Leube, Vertreter der Pfälzischen Landeskirche.

Von Anfang an dabei war Jugendreferentin Andrea Tavernier: „Es war damals ein großes Geschenk, eigene Räume zu haben. Wir haben seitdem viel mehr Möglichkeiten für Dinge wie Ferienspielaktionen. Die Jugendkirche motiviert, neue Dinge auszuprobieren.“

Jugendpfarrerin Florentine Zimmermann ist seit zwei Jahren in ihrem Amt und weiß die Freiheiten der Jugendkirche sehr zu schätzen. „In der traditionellen Kirche gibt es eine sehr feste Struktur, für alles braucht es eine Genehmigung. Doch hier haben wir kreative Freiräume. Wir sind sehr flexibel und können spontane Ideen direkt umsetzen. So stelle ich mir Kirche vor. Die Jugendlichen bauen eine Bindung auf, sie kommen aus Überzeugung und identifizieren sich mit der Jugendkirche, da diese offener und mutiger ist, wenn es um die Bedürfnisse der jungen Leute geht.“

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