Ludwigshafen

Gartenstadt Günter Bauernfeind zeigt Fotoausstellung im Marienkrankenhaus / Erlöse aus Verkäufen gehen an die Kinderklinik

Naturmotive speziell inszeniert

Archivartikel

Ludwigshafen.Wasser, Eisspray, Glaskugel, Schaufel und Taschenlampen gehören zu den Utensilien, die Günter Bauernfeind bei sich trägt, wenn er sich auf Fotosuche in die Natur begibt. Damit gelingt es ihm, so faszinierende Bilder wie „Fliegenpilz_3“ zu kreieren, auf dem sich das namensgebende Motiv geheimnisvoll glühend ausgeleuchtet vor dunklem, nebelverhangenem Hintergrund erhebt. „Fliegenpilz_3“ ist eines von mehr als 50 großformatigen, auf Leinwand gedruckten Werken des Leonberger Fotografen, die in der Ausstellung „Flüssigkeiten ... und mehr“ im St. Marienkrankenhaus zu sehen sind.

Kaum Nachbearbeitung

Die Schau zeigt neben Natur- unter anderem auch Tropfen- und sogenannte Interferenzfotografie. Dabei fängt der Autodidakt etwa mit den psychedelisch anmutenden Spektralfarben-Verläufen einer Seifenblase den Blick des Betrachters ein. Seine Fotos bearbeite er kaum nach, erzählt der 64-Jährige, der sich nach einer Kunstpause, in der er sich dem Ausdauersport verschrieben hatte, seit 2013 wieder der Wettbewerbs- und Ausstellungsfotografie widmet. Bauernfeinds Werke, die im Gang der Stationen A1 und B1 – der chirurgischen und orthopädischen Station – des Gartenstadter Krankenhauses gezeigt werden, können auch käuflich erworben werden – und unterstützen damit einen guten Zweck: Der Reinerlös aus den jeweils auf fünf Stück limitierten Werken fließt der Kinderklinik im St. Annastiftkrankenhaus zu.

Seit 1978 ist Bauernfeind Mitglied der Neuhofener Fotogruppe „Gut Licht“, die das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus bereits seit Jahrzehnten unterstützt. Knapp 50 000 Euro hat der Fotoclub der Kinderklinik im St. Annastiftskrankenhaus seit 1990 überwiesen. Gut 45 000 Euro davon sind Erlöse aus dem Engagement des Clubs auf dem Neuhofener Weihnachtsmarkt, bei dem die Gruppe einen Foto-Jahreskalender verkauft. Dazu kommen Einzelspenden von Mitgliedern. Der Verkauf des Kalenders ermögliche es, „dass wir bis zu knapp 2000 Euro Reinerlös für die Kinderstation ,Däumling’ erzielen können“, berichtet Helmut Karl, Gründer und Vorsitzender der Fotogruppe.

Dieser gehört auch Ulrich Merz an. Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin stehe immer als Verkäufer am Weihnachtsmarktstand: „Das lässt er sich nicht nehmen“, erzählt Helmut Karl, der bei der Ausstellungseröffnung seinem Team für dessen jahrzehntelange ehrenamtliche Unterstützung dankt. Knapp 200 Mitglieder zählt derzeit der 1977 ins Leben gerufene Club.

„Ich bin sehr froh und dankbar, dass sie das bei uns im Hause machen“, richtet Marcus Wiechmann, Geschäftsführer der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH, zur Vernissage das Wort an die Clubmitglieder. Für die Patienten wie Mitarbeiter sei es gleichermaßen eine schöne Sache, „dass wir hier so tolle Bilder ausstellen können“, sagt er. „Ihre Treue wissen wir sehr zu schätzen.“

Mindestens drei Monate lang soll die Ausstellung in der Klinik in der Salzburger Straße zu sehen sein, kündigt Helmut Baum an. Sie kann täglich zwischen 10 und 19 Uhr besucht werden.