Ludwigshafen

Rheingönheim Gremium erteilt Planungen eine Absage

Neubaugebiet „Kappes“ gekippt

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Pläne der Stadt sind schon seit Jahren auf Wachstum ausgelegt. Die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum sollte auch Rheingönheim betreffen – hier waren im Neubaugebiet „Im Kappes“, einem zehn Hektar großen Areal zwischen Riedlangstraße, verlängerter Hauptstraße, B 44 und Riedlanggraben, rund 200 Wohnungen angedacht. Im Ortsbeirat erteilten CDU und FWG den Plänen nun eine Absage und kippten so gegen die Stimmen von SPD und FDP die weiteren Planungen für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans durch die Stadtverwaltung.

Ein Schlagabtausch der Fraktionen in den sozialen Medien hatte im Vorfeld die Entscheidung schon angedeutet. „Wir setzen ein Zeichen!“, sagte Joachim Zell (CDU) in der Sitzung. In Rheingönheim bestehe ein akuter Mangel an Nahversorgungs-, Gesundheits- und Kinderbetreuungseinrichtungen. „Trotzdem holen wir weiter junge Familien her. Wir wollen ein anderes Rheingönheim und den alten Ortskern auch für Familien attraktiver machen.“ Es solle nach dem Willen der CDU keine weitere Versiegelung im Umfeld geben. Mathias Weickert (FWG) kritisierte vor allem die Preisstruktur: „Damit ist die Schaffung von familienfreundlichem Wohnraum nicht möglich.“ Thomas Schell (FDP) zeigte sich mit Blick auf die Wohnungsnot in Ludwigshafen „entsetzt“ von dieser Entscheidung: „Der CDU-Stadtrat geht sicher nicht d’accord mit dieser Entscheidung des Rheingönheimer Ortsbeirats.“ Er wie auch die SPD votierten für eine Weiterentwicklung des Neubaugebiets. Thomas Engeroff (SPD): „Wir können nicht mehr Wohnraum fordern und gegen eine Weiterentwicklung sein.“

Die Verschmutzung des Mozartparks mit Hundekot hatte die CDU im Visier und beantragte eine Umwidmung der Grünfläche zum Spielplatz, auf dem Hunde- und Rauchverbot herrschen soll. Die Stadtverwaltung trägt das mit, da es seit 2019 eine Hundeauslauffläche in Ortsnähe gibt. Für SPD, FWG und CDU eine positive Entwicklung, der sie zustimmten. Einzig die FDP sprach sich dagegen aus: „Ich will mir von der CDU nicht vorschreiben lassen, dass ich im Mozartpark spielen muss und nicht mehr spazieren gehen darf“, zeigte sich Schell empört.

„Es muss sich etwas tun“

Nach wie vor unbefriedigend ist für den Ortsbeirat die Situation der Mozartschule, die mit Raumnot und Sanierungsbedarf kämpft. In ihrer Antwort auf eine CDU-Anfrage bezog sich die Verwaltung auf die Ortsbeiratssitzung im Januar, in der klargestellt worden war, dass gemäß finanziellen Möglichkeiten der Stadt und Entscheidung der Aufsichtsbehörde ADD kein Handlungsbedarf bestehe, weil Rheingönheim eine funktionstüchtige Grundschule habe. Die Ortsbeiräte sind sich einig, das Thema weiter verfolgen zu wollen. „Es muss sich definitiv etwas tun“, betonte Engeroff, während Zell ankündigte: „Wir werden keine weitere Flickschusterei mehr mittragen. Wir verraten unsere Kinder.“ 

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