Ludwigshafen

Bildung Nachwuchs aus Ludwigshafens Partnerstadt Lorient zwischen den Jahren zu Gast in der Chemiestadt

Neue Bande in die Bretagne

Archivartikel

Ludwigshafen.„Simsalabim“ hallt es durch das Wilhelm-Hack-Museum. Die knapp 50 jungen Nachwuchs-Magier sind hellauf begeistert. „Simsalabim!“ Wieder hallt es durch die Räume. Dort, wo normalerweise in aller Ruhe Kunstwerke betrachtet werden, folgen die Kinder gespannt den Tricks des Zauberers Joki Bel und unterstützen ihn lautstark. Es wird applaudiert und eifrig Zwischenfragen gestellt – auch auf Französisch. Denn 26 der jungen Besucher kommen aus Ludwigshafens Partnerstadt Lorient in der Bretagne. Gemeinsam mit 23 Schülern aus Ludwigshafen verbringen sie zwischen dem 27. und 30. Dezember „Noël en Allemagne“ – also „Weihnachten in Deutschland“. Beim Zauberkurs lernen sich die Neun- bis Elfjährigen das erste Mal kennen.

„Weihnachten, wie wir es feiern, kennt man in der Bretagne nicht“, weiß Marcel Jurkat von der Stadtverwaltung Ludwigshafen. Das allein ist aber nicht der Grund für den seit 1999 regelmäßig stattfindenden Austausch mit der 1000 Kilometer entfernten Stadt. Wichtig sei auch der Besuch bei den Gastfamilien.

Anreiz zum Austausch

„Die Kinder erhalten einen Anreiz, um sich mit den Menschen aus anderen Ländern auszutauschen und die Sprache kennenzulernen“, erklärt Monika Schönbucher, Französischlehrerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Ludwigshafen.

Auch Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU), die gemeinsam mit Schönbucher die Kinder und ihre Betreuer begrüßt, ist begeistert vom Weihnachtsbesuch: „Es freut mich sehr, wenn die Schüler dauerhaft in Kontakt bleiben.“ Reifenberg lässt ebenfalls ihre Sprachkenntnisse aufblitzen und begrüßt die Gäste in fließendem Französisch.

Sonst ist Organisatorin Schönbucher, die mit ihrem Mann Claus, dem Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Gesellschaft Ludwigshafen, die Treffen vorbereitet, beim Kennenlern-Tag als Dolmetscherin im Einsatz. Dazu gehört auch die Übersetzung von Joki Bels magischen Tricks und Details des Programms während des Aufenthalts in Ludwigshafen. Neben Ausflügen auf den Speyerer Weihnachtsmarkt und eine Mini-Olympiade im Sportheim in Assenheim sind die Besuche bei den deutschen Gastfamilien der Höhepunkt. „Wir haben mit Absicht keine typischen Besichtigungstermine von Städten ins Programm aufgenommen. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Begegnung der Kinder untereinander“, betont Schönbucher.

Tricks mit dem Zauberstab

„Wisst ihr, wie man Zauberstab auf Französisch nennt?“, fragt Joki Bel. Schönbucher übersetzt, die Antwort „Baguette magique“ macht schnell die Runde und sorgt für Lacher. Bereits während eines Seiltricks knüpfen die Schüler auch in den Sitzreihen untereinander erste Kontakte. Wie der Trick gehen könnte, will Joki Bel wissen. Zahlreiche Arme schießen in die Luft. Erneut steigt der Geräuschpegel im Museum – dieses Mal mit Diskussionen auf Deutsch und Französisch.