Ludwigshafen

Verkehr Austausch dauert bis September und kostet vier Millionen Euro / Stadt: Kunststoff-Teile sind mürbe geworden

Neue Fangnetze für Hochstraße

Archivartikel

Ludwigshafen.Auf den ersten Blick ist es etwas paradox: Die Hochstraße Nord wird zwar in den nächsten Jahren abgerissen, dennoch müssen die Fangnetze erneuert werden. „Die vor acht Jahren montierten Kunststoffnetze, die vor herabfallenden Betonbrocken schützen, sind durch Sonneneinstrahlung und Klimabedingungen mürbe geworden“, begründet Projektleiter Björn Berlenbach auf „MM“-Anfrage den vier Millionen Euro teuren Austausch. Ohne ihn wäre nach Ansicht der Verwaltung die Verkehrssicherheit für die darunterliegenden Straßen und Plätze nicht mehr gewährleistet.

Fünf Kilogramm schwerer Brocken

Zum Auftakt der Arbeiten sperrte die Stadt an Gründonnerstag den Parkplatz Jaegerstraße. Ein Steiger hievte die Handwerker 30 Meter hoch an die Unterkante der Hochstraße. Dort entfernten sie die alten, farblich verblassten Netze und befestigten die neuen Schutzelemente – ebenfalls in rotem Farbton.

„Beim verwendeten Material haben wir nichts geändert“, sagt Majed Nasser vom Bereich Tiefbau. Montiert werden wieder zwei Fangnetze mit unterschiedlich großen Maschen aus einem Spezialkunststoff. Sie sind mit 200 Gramm pro Quadratmeter Fläche zwar leicht, aber auch reißfest und können die Dehnungen der Brücke aufnehmen, erläutert Nasser die Vorteile. Zudem kann die Verwaltung die alten Verankerungen aus Edelstahl weiter nutzen – denn sie sind rostfrei.

Dennoch schlägt der Austausch der Fangnetze finanziell kräftig zu Buche. Nötig ist der Schutz aber auf jeden Fall. „Wir haben dort nicht nur kleinere Betonteile gefunden, sondern auch schon mal einen fünf Kilogramm schweren Brocken“, berichtet Nasser weiter. Nicht auszudenken, wenn er auf eine belebte Straße gefallen wäre.

In zwei Abschnitten erneuert die Stadt in den nächsten Monaten die Fangnetze. Grund: Für die Arbeiten über die sieben Hauptverkehrsgleise ist eine Genehmigung der Bahn erforderlich. Deshalb beginnen die Arbeiten dort erst nach Pfingsten und dauern bis September. Die anderen Bereiche unter der Hochstraße sollen laut Berlenbach bereits Ende Juli abgeschlossen sein.

Noch einige Jahre lang werden die neuen Fangnetze gebraucht. Auch wenn offiziell das Großprojekt Hochstraße Nord/Bau der Stadtstraße nach Angaben der Verwaltung ab Ende 2019 beginnen soll. Tatsächlich werden die ersten Bauwerke erst viel später abgebrochen. Ab Mitte 2021, lautet die derzeitige Prognose.

Demnach würden die letzten Betonteile der Hochstraße 2027 abgebrochen. Die neuen Netze hängen voraussichtlich drei bis neun Jahre lang. „Sie müssen wohl nicht ein weiteres Mal ausgewechselt werden“, vermutet die Verwaltung.

Für die Sicherung der Hochstraße gab die Stadt bislang neun Millionen Euro aus. Neben den Fangnetzen zählen dazu die Erneuerung von Übergangskonstruktionen sowie die Einrichtung einer Lkw-Sperre in Fahrtrichtung A 650. Das ist aber längst nicht alles. Der Fahrbahnbelag in Richtung Mannheim soll in den nächsten Wochen erneuert werden – an zwei noch nicht feststehenden Wochenenden. Die Spurrillen und Asphaltrisse im Abschnitt zwischen dem Rathaus und der Schumacher-Brücke müssen dringend beseitigt werden. Gleiches gilt für die Schäden an der Auffahrt aus Richtung BASF/Oppau.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit dulde die Reparatur keinen Aufschub, sagt die Verwaltung. Sie soll zeitlich mit der Instandsetzung der Übergangskonstruktionen zur Schumacher-Brücke erfolgen, für die Mannheim federführend ist.

Nähere Informationen, wie es baulich an der Hochstraße weitergehen soll, kündigt die Verwaltung für eine Sondersitzung des Stadtrats am 16. April an. Dann wird auch ein anderer Aspekt erörtert – die Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr, um die Belastung für die Autofahrer während der vermutlich achtjährigen Bauzeit in Grenzen zu halten.

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