Ludwigshafen

Beruf Messe bringt Langzeitarbeitlose und Arbeitgeber zusammen

Neues Gesetz zeigt Wirkung

Archivartikel

Ludwigshafen.Unter dem Namen „Aufwind“ fand im Pfalzbau eine Jobmesse für arbeitslose Menschen statt. Dazu hatte das Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen rund 6000 Betroffene angeschrieben und zum Teil auch zur Teilnahme verpflichtet. Etwa die Hälfte erschien vor Ort.

Vertreten waren auch 30 Unternehmen aus der Region. Mit der Messe wollen die Organisatoren Langzeitarbeitslose an potenzielle Arbeitgeber heranführen und ein neues Gesetz vorstellen. „Mit dem Teilhabechancengesetz wird es für Unternehmen attraktiver, Menschen einzustellen, die faktisch keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hätten“, erklärte Jobcenter-Geschäftsführerin Anja Hölscher.

Beide Seiten profitieren

Von dieser Regelung sollen beide Seiten profitieren: Arbeitgeber können Lohnkostenzuschüsse bis zu 100 Prozent erhalten. Die vormaligen Hartz-IV-Empfänger wiederum können bis zu fünf Jahre zum Mindestlohn, ortsüblichen Lohn oder zum Tariflohn gefördert werden. „Wichtig ist, dass es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse handelt“, stellte Jochen Semmler klar, operativer Geschäftsführer beim Jobcenter.

Ein Coach begleitet die Arbeitnehmer bei ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus verfügt das Jobcenter mit Jonas Lehnert und Jennifer Haun über zwei „Betriebsakquisiteure“: Sie unterstützen die Unternehmen – oft kleine Handwerksbetriebe – bei den Antragsverfahren und treffen eine Vorauswahl an Bewerbern.

Dass das Modell erste Früchte trägt, erläuterten die Veranstalter anhand von Fallbeispielen: Eine 47-Jährige ohne abgeschlossene Ausbildung, die seit 2007 Grundsicherung bezogen hatte und seit 2017 einen „Ein-Euro-Job“ ausübte, wurde im März 2019 bei einem Betrieb in Frankenthal als „Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft“ eingestellt. Ein gesundheitlich angeschlagener Facharbeiter und langjähriger Hartz-IV-Bezieher aus Speyer ist als Dozent beim Bildungsträger BFB gelandet. Insgesamt seien 65 Beschäftigungsverhältnisse durch das Jobcenter gefördert worden, 500 sollen es bis Jahresende sein, hofft Semmler.

Zu den 30 Unternehmen auf der Messe gehörten neben Einzelhändlern und Pflegediensten viele Personaldienstleister. Zeitarbeit sei für Langzeitarbeitslose nach wie vor eine wichtige Option. Um Bewerber und Firmen passgenau zusammenzubringen, boten Anja Hölscher und Jochen Semmler Bewerber-Check und Stilberatung an: „Damit die Vermittlung möglichst schnell vonstatten geht.“