Ludwigshafen

Ausschuss Bedarfsanalyse erst Ende 2021 abgeschlossen

Neues Sportstättenkonzept soll viele Probleme lösen

Ludwigshafen.Der Neubau, die Modernisierung und die Vergabe von Sportstätten werden in Zukunft in Ludwigshafen nicht mehr nach politischen Wünschen realisiert, sondern nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Die Grundlagen dafür werden seit 2018 vom Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) in Trier erarbeitet – in Teilbereichen trotz Desinteresses betroffener Vereine. „Zehn von 89 Sportvereinen mit eigenen Sportanlagen lassen uns hängen und haben sich bisher nicht gerührt, als wir um Daten gebeten haben“, ärgerte sich bei einer Präsentation vor dem Sportausschuss Konzeptleiter Stefan Henn. Rathauschefin Jutta Steinruck (SPD) ist ebenfalls sauer: „Schade, dass die zehn Vereine nicht mitmachen. Das ist mangelnde Solidarität ausgerechnet im Sport – das könnte für die Clubs auch Konsequenzen haben.“ Auf jeden Fall kostet es ISE und Stadt Zeit und Geld: Erst Ende 2021 kann nun das geplante Ziel erreicht sein.

Das ISE hat bisher eine Bestandsaufnahme erarbeitet und festgestellt, dass es in der Stadt 66 Schulsporthallen, sechs Bezirkssportanlagen und mit dem Südweststadion, dem Sportpark oder der Leichtathletikhalle drei große Anlagen gibt, mit denen der Sport für Wettbewerbe oder Training bedient werden kann. Hinzu kommen 89 vereinseigene Sportanlagen, von denen 79 „erfasst“ sind. Daneben ist eine Bedarfsanalyse in Arbeit, mit der die Auslastung geprüft werden soll.

„Vereine könnten sich helfen“

Steinruck ist wie die im Ausschuss vertretenen Parteien optimistisch, dass damit in Zukunft viele Probleme gelöst werden können – etwa wenn es um Fördermittel. „Mancher Neubau könnte bei exakter Planung vermieden werden – die Sportstättenentwicklung bei Neubau, Sanierung und Modernisierung erhält durch die Schaffung einer objektiven Datengrundlage eine bessere Basis.“ Steinruck brachte auch eine leicht realisierbare Variante der Auslastungs-Optimierung in die Diskussion: „Vereine mit eigenen Anlagen könnten sich auch gegenseitig helfen und Netzwerke schaffen.“

Doch zunächst geht es ihnen bei Modernisierungsprojekten 2019 besser als erwartet: Die Stadt stellt 118 000 Euro Baukostenzuschüsse zur Verfügung – für neun Projekte mit Kosten in Höhe von insgesamt 254 000 Euro. Vom Sportbund Pfalz kommen weitere 56 000 Euro. 

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