Ludwigshafen

Sommerfest Ostasieninstitut der Hochschule bietet Einblicke in akademische Ausbildung mit Schwerpunkt Japan, China oder Korea

Neugier auf Fernost-Studium

Ludwigshafen.Wie ein gestrandetes Schiff wirkt das Ostasieninstitut am Rheinufer unterhalb des Walzmühlkomplexes. Doch hinter dem eigenwilligen Gebäude steckt weitaus mehr. Das Institut ist Bestandteil der Hochschule Ludwigshafen, hier werden die Studierenden intensiv auf einen Einsatz auf dem Weltmarkt vorbereitet mit Schwerpunkt auf dem asiatischen Raum.

Dieser asiatische Raum sei ein Wirtschaftsmarkt, dem immer größere Bedeutung zukomme, weiß der Leiter der Einrichtung, Frank Rövekamp. Entsprechend groß sei die Nachfrage nach freien Studienplätzen. Beim alljährlichen Sommerfest können sich mögliche Anwärter auf einen Studienplatz einen Eindruck von dem imposanten Gebäude mit Museum, Bibliothek und Lehrräumen sowie den Möglichkeiten der Studiengänge machen. In rund acht Semestern erlangen pro Jahrgang rund 60 Studenten eine umfassende betriebswirtschaftliche Ausbildung mit Schwerpunkten auf China, Korea und Japan.

Bestandteil des Studiums ist ein einjähriger Auslandsaufenthalt in einem der drei Länder, verdeutlicht Rövekamp die Besonderheit der akademischen Ausbildung. Entsprechend groß war der Andrang auf die Vortragsreihe, bei der Studierende ihre Eindrücke von den Auslandsaufenthalten aus den drei Ländern schilderten. Philip Mewes etwa hat ein Jahr in Japan an einer Sportuniversität verbracht. Eindrucksvolle Fotos brachte er mit und ganz viele Erfahrungen, von denen er berichtete. Was er am Ende seiner Studienzeit nach dem Bachelor machen möchte, weiß er dennoch nicht genau: „Vielleicht werde ich im Ausland in die Autobranche gehen“, meinte der 24 jährige. Aus Osnabrück war der 20-jährige Michael mit seiner Mutter zur Besichtigung des Instituts gekommen. „Der Aufnahmetest hier ist hart – mal schauen, ob ich das packe.“ Er habe hier Freunde, die Stadt sei toll, daher würde er gerne hier studieren.

„Vorher mit Sprache befasst“

Sabine Buchberger stammt aus München. Sie studiert im zweiten Semester und hat sich auf Japanisch spezialisiert. „Vorkenntnisse waren zwar nicht nötig, das lernt man alles hier. Aber ich habe mich schon vorher mit der Sprache befasst“, gab die Studentin zu. „Ich bin echt glücklich, dass ich hier angenommen wurde.“

Ebenfalls auf diese Sprache spezialisiert hat sich ihre Freundin Anita Körner. Sie hat schon einen festen Plan und möchte später in Japan arbeiten.

Das Sommerfest wird weitgehend von den Studierenden organisiert. Spektakulär war die Auswahl an Speisen. Baozi, gedämpfte Teigtaschen, aus China oder Takoyaki, Tintenfischröllchen aus Japan, kamen bei den Gästen bestens an. Neben den Vorträgen bot das Fest auch viel kulturelle Vielfalt. Einblicke in Kalligraphie gab die Schuldozentin Satomi Adahi-Bähr. Auf jeden noch so kleinsten Strich komme es an, erklärte sie. Statt Tinte konnte jeder mit schwarzer Wasserfarbe seinen ersten Strich für die Schriftzeichen probieren. Eine koreanische Teezeremonie zelebrierte die Dozentin Soon Sim Jo, außerdem konnte japanisches Schach ausprobiert werden. Musik- und Tanzdarbietungen rundeten das Fest gelungen ab.