Ludwigshafen

Südliche Innenstadt Fraktionen fordern barrierefreien Umbau von zwei Haltestellen

„Notfalls mit Provisorien“

Ludwigshafen.Viele Fahrgäste müssen nach der Sperrung der Hochstraße Süd und den Straßenbahnumleitungen auf zwei Haltestellen in der Innenstadt ausweichen, die nicht barrierefrei erreichbar sind – in der Kaiser-Wilhelm- und Ludwigstraße. „Dies ist nicht hinnehmbar“, ist sich der Ortsbeirat Südliche Innenstadt einig. Baldmöglichst müsse Abhilfe geschaffen werden, notfalls mit Provisorien aus Holz, fordern die Fraktionen unisono.

„Die Rechtslage ist eindeutig. Menschen mit Behinderungen können nicht ausgeschlossen werden“, erinnert Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) an das Teilhabegesetz. Die Verwaltung hatte in einer Stellungnahme auf die barrierefreie Haltestelle am Pfalzbau verwiesen und erklärt, dass für ein Provisorium mehrere Wochen Vorbereitung nötig seien. Ab Mai soll der Straßenbahnverkehr wieder normal laufen.

Diese Argumente überzeugen den Ortsbeirat keineswegs. Der städtische Behindertenbeauftragte Hans-Joachim Weinmann verweist darauf, dass die Haltestelle in der Ludwigstraße unabhängig von der Hochstraßen-Sperrung endlich umgebaut werden müsse.

Bei der Haltestelle Kaiser-Wilhelm-Straße könnte derzeit zwar eine mobile Rampe von einem Mitarbeiter der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) an die Bahn herangeschoben werden. Diese halte aber das Gewicht eines Elektro-Rollstuhls nicht aus. „Es ist schändlich, dass wichtige Haltestellen in der Innenstadt immer noch nicht barrierefrei erreichbar sind“, zürnt Weinmann.

Klagen über Verschmutzung

Ein großes Ärgernis ist auch die Verschmutzung im Stadtteil. Dies betrifft nicht nur den Pfalzgrafenplatz, den der Energie-Quartiersmanager Peter Hensel als „offene Mülldeponie“ einstuft. Auch der Bereich um die Haltestelle Bürgermeister-Kutterer-Straße sei trotz wöchentlicher Reinigung durch den Wirtschaftsbetrieb WBL immer wieder stark verschmutzt. Alfred Edler (SPD) fordert spürbare Bußgelder: „Nur wenn es den Betroffenen richtig an den Geldbeutel geht, ändert sich etwas.“

Eine Verbesserung kann sich der Ortsvorsteher auch durch eine grundsätzliche Änderung vorstellen, wenn die Anlieferung beim Wertstoffhof wieder kostenfrei sein würde. Geprüft werden sollte laut Heller, ob zeitweise eine Kamera im Bereich dieser Haltestelle aufgestellt werden könnte.

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