Ludwigshafen

Brauchtum Größter Stadtteil Ludwigshafens feiert Kerwe mit großem Zuspruch

Oggersheim hält seine Festtradition hoch

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Oggersheimer Kerwe ist eines der größten und traditionsreichsten Volksfeste in Ludwigshafen. Zum Start am Samstagvormittag präsentierten sich die Vereine auf der Bühne vor dem alten Rathaus. „Man trifft hier Bekannte, die man das ganze Jahr nicht sieht“, erläuterte Frank Mayer von der gleichnamigen Brauerei den Reiz des Festes. In Mayers Brauhaus fand schon am Freitagabend die inoffizielle Eröffnung statt: „Der Zweck der Kerwe ist es, alte Traditionen zu pflegen.“ Deshalb zog er Lederhosen an. Die Veranstalter der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Oggersheimer Vereine trugen Trachtenmode aus der österreichischen Partnergemeinde Pielachtal, nach der eine lange Straße im Stadtteil benannt ist.

Kirchweih seit 9. Jahrhundert

Die Oggersheimer Kerwe gehe auf ein Fest der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zurück, erzählt Günther Kanzler von der Arge. Seit Mitte des 9. Jahrhunderts feierte die Klosterkirche die alljährliche Kirchweihe, die auf den ersten Sonntag im September festgelegt ist. Bis heute richtet die Arge den Termin für die Kerwe danach aus. „Die Oggersheimer Kerwe gibt es schon seit mehr als 250 Jahren“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck bei der offiziellen Eröffnung am Samstag. In der heutigen Form wird zum 47. Mal gefeiert.

Rund 5000 Besucher erwartete Mitveranstalter Günther Mayer am Sonntag auf dem Straßenfest entlang der Schillerstraße bis zur Markuskirche, bei dem sich Oggersheimer Vereine präsentierten und Pfälzer Spezialitäten wie Rollbraten, Kerwegockel und Leberknödel auftischten. Beim Umzug seien wie im vergangenen Jahr zwischen 8000 und 10 000 Besucher zu erwarten. Viele davon kämen auch wegen des verkaufsoffenen Sonntags vom Gewerbeverein. „Bei gutem Wetter ist die Kerwe immer besonders gut besucht“, sagt Monika Günther. „Der TG Oggersheim hat vor vier Stunden angefangen Kuchen zu verkaufen. Jetzt ist fast alles leer“, sagte Ulla Walther-Thiedig: „Das spricht dafür, dass heute viel los ist.“ Gestern fand auch der traditionelle Umzug statt, an dem sich die Vereine wie immer rege beteiligten. Die Arge fuhr mit einem Bollerwagen mit und verteilte Äpfel.

„Wir können das Straßenfest nur an einem Tag veranstalten, weil Anwohner sich sonst beschweren würden“, erzählt Günther Kanzler: „Es ist immer rechtzeitig um 23 Uhr Schluss. Diejenigen, die einen Schoppen nach dem anderen trinken, feiern woanders weiter.“ Nach dem Umzug, nach dem sich das Fest nur noch auf dem Altstadtplatz abspielte, begann das Kinderprogramm der Schießbuden und Autoscooter-Betreiber.

Nach alter Tradition endet das Fest am Kerwedienstag. Bis dahin gibt’s Programm allerdings nur noch in den Gaststätten. jug