Ludwigshafen

Südweststadion Rund 100 Teilnehmer beim offiziellen Startschuss für das Deutsche Sportabzeichen

Olympia der Freizeitsportler

Archivartikel

Ludwigshafen.Felix Kaiser sprintet über die Ziellinie. Aus seiner 100-Meter-Sprint-Gruppe war er der schnellste: 13 Sekunden für die Längsseite der Bahn. „Könnte knapp werden“, sagt er. Ganz zufrieden ist er nicht. Zum Glück gibt es für die Zeit aber ja keine Noten, denn beim Sportabzeichen darf jeder mitmachen, der möchte. Und Felix Kaiser möchte. Der goldene, silberne oder bronzene Anstecker, den man bei bestandener Prüfung bekommt, ist ihm aber nicht so wichtig, er nutzt das Sportabzeichen als Training: Er will Sport an der Sporthochschule Köln studieren, da ist ihm jede Möglichkeit des Trainings recht. Das Sportabzeichen findet Kaiser super: „Das ist eine coole Sache, man hat alle Altersklassen, und es ist eine gute Möglichkeit, Sport zu machen.“

Ganz ähnlich äußert sich Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, als sie die diesjährige Sportsaison im Südweststadion eröffnet: „Das Sportabzeichen ist die Olympiade für den Breitensport. Und gerade in der heutigen Zeit gibt es viel Termindruck und Stress, da ist es wichtig und gut, sich auch mal um sich selbst kümmern zu können.“ Der Politikerin gefällt auch, dass dabei nicht immer nur die Höchstleistung im Vordergrund steht, sondern ebenso der Spaß. Anstrengen muss man sich aber schon, wenn man die Prüfungen schaffen möchte. Ab dem Alter von sechs Jahren kann man das Sportabzeichen machen, nach oben sind keine Grenzen gesetzt: Auch über 90-Jährige können noch auf die Tartanbahn gehen.

Termine fast jeden Tag

Es gibt Übungen in vier Kategorien: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. In jeder Kategorie werden verschiedene Sportarten angeboten. So kann man für Koordination zum Beispiel Weit- oder Hochsprung machen, bei Kraft Medizinballwurf oder Standweitsprung. In diesen beiden Kategorien sind sogar Turnübungen möglich, um die nötige Punktzahl zu erreichen. Die Wege, das Sportabzeichen zu erlangen, werden immer vielfältiger. Dementsprechend werden in Ludwigshafen auch viele Termine angeboten. In der Stadt und den umliegenden Gemeinden könnte man theoretisch an jedem Tag zwischen Mai und September die Übungen ablegen. Für Sportarten wie Walking auf Distanz, Schwimmen und Radfahren gibt es zudem Sondertermine. Und für Verletzte und Nachzügler auch noch einen Hallentermin Ende Dezember.

Immer mit dabei sind die offiziellen Prüfer, die die Leistungen der Sportler abnehmen. Einer dieser Prüfer ist Ulla Walther-Thiedig. Sie ist Kreisbeauftragte für das Deutsche Sportabzeichen und beim Startschuss für die Saison natürlich dabei. „Es ist schön, an die 100 Sportler sind gekommen, alle Prüfer sind da, wunderbar.“ Seit 19 Jahren organisiert sie Sportabzeichentreffs und hat die Auszeichnung selbst natürlich auch schon häufig bekommen: In diesem Jahr hat sie die Prüfung zum 43. Mal bestanden, an einem Termin früher im Jahr, wo auch die Prüfer sich sportlich austoben konnten. Mit den Jahren hat Walther-Thiedig eine Entwicklung des Abzeichens bemerkt: „Es ist heute weniger ein Breitensport. Es gibt jetzt Übungen für Bronze, Silber und Gold, und wenn man Gold haben möchte, muss man schon richtig gut sein.“

„Es macht einfach Spaß“

Das bekommt auch Karam Aldablan zu spüren. Der 17-Jährige hat bereits im vergangenen Jahr die Prüfungen bestanden, jetzt möchte er Gold holen: „Es macht einfach Spaß, hier mitzumachen“, sagt er. Es kann aber auch hart sein: 4,90 Meter muss er beim Weitsprung schaffen. Am Ende fehlen ihm zehn Zentimeter. Aber er hat noch ein paar Monate Zeit, sich zu verbessern. Die Sportabzeichensaison hat gerade erst begonnen.