Ludwigshafen

Herz-Jesu-Kirche Sinfonisches Blasorchester Ludwigshafen führt „Messias Superstar“ auf

Oratorium trifft Rock-Oper

Archivartikel

Ludwigshafen.„Barockes Oratorium und eine Rock-Oper – geht das?“, fragt Dirigent Dorian Wagner ins Auditorium der Herz-Jesu-Kirche, in der gleich darauf eine höchst ungewöhnliche Klangverbindung beginnen soll. Die rund 70 Musiker des von Wagner geleiteten Ensembles geben eine eindeutige Antwort: Es geht nicht nur, es gerät vielmehr zu einem musikalischen Glanzstück, was das Sinfonische Blasorchester Ludwigshafen bei seinem diesjährigen Weihnachtskonzert unter dem Titel „Messias Superstar“ in der Kirche zu Gehör bringt.

Dabei werden Auszüge aus Georg Friedrich Händels geistlichem Opus „Der Messias“ von Kompositionen aus Andrew Lloyd Webbers legendärem Musiktheaterstück „Jesus Christ Superstar“ unterbrochen, beides jeweils in für Bläser eingerichteten Fassungen. Es zeigt sich auch: Bei allem Kontrastreichtum, fügt sich das eine erstaunlich harmonisch ins andere. Was insbesondere wegen der großen zeitlichen und stilistischen Distanz verblüfft, die zwischen den beiden Schöpfungen liegt: Händel schrieb seine Vertonung der christlichen Glaubenslehre 1741, Webbers Rock-Oper, in der er die letzten sieben Tage im Leben Jesu musikalisch erzählt, wurde 1971 uraufgeführt.

Jubiläumsjahr geht zu Ende

Hier nun werden unter anderem Händels „Sinfonia“, „Ehre sei Gott“ und „Er weidet seine Herde“ mit Webber-Stücken wie dem Titelsong „Superstar“, „Heaven On Their Minds“ und „I „Don’t Know How To Love Him“ verschränkt, um schließlich vom hymnisch aufwallenden „Halleluja!“-Schlusssatz des zweiten Oratorium-Teils gekrönt zu werden.

Eröffnet wird das traditionelle Weihnachtskonzert in der voll besetzten Kirche im Stadtteil Süd zuvor mit Philip Sparkes „Music for a Festival“-Suite. „Dabei ist dieser Titel doppeldeutig zu verstehen“, merkt Dorian Wagner an: Natürlich solle mit dieser Aufführung auf „das Fest aller Feste“, auf das Weihnachtsfest, eingestimmt werden. „Aber auch für unser Orchester geht ein besonderes Fest zu Ende – unser Jubiläumsjahr“, in dem das Sinfonische Blasorchester 50 Jahre alt geworden ist, wie der Dirigent berichtet. „Wir haben diese Spielzeit mit vielen besonderen musikalischen Momenten und Begegnungen gefeiert und freuen uns nun auf diesen Ausklang hier in der Herz-Jesu-Kirche.“

Dieser wird zuallerletzt mit einem gemeinsam mit den Gästen angestimmten „O du fröhliche“ begangen. Unter diesen ist auch Andres Stranek, der mit seiner Frau und seinem Bruder Heraldo die Aufführung besucht. Letzterer war bis vor bald drei Jahren selbst als Posaunist Mitglied beim Sinfonischen Blasorchester, und auch Stranek musiziert – er spielt Trompete. „Ich kenne das, seit ich selber mit der Musik begonnen habe, bestimmt seit 38 Jahren“, sagt der 54-jährige Mannheimer über das Ensemble und meint: „Es ist immer ein Klangerlebnis.“ 

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