Ludwigshafen

Evangelische Kirche Zweiwöchige Aktionsreihe zu „Stille in der Stadt“ gestartet / Siegerfotos des Wettbewerbs vorgestellt

„Orte zum Aufatmen“

Ludwigshafen.Friedlich und still ruht er, umgeben vom Grün der Bäume und hohen Gräsern, spiegeln sich im fast unbewegten Wasser weiße Wolken und blauer Himmel: Der Jägerweiher, gesehen durch die Augen Peter Schwenns und von dem 80-Jährigen aus Limburgerhof mit der Kamera eingefangen, lädt den Betrachter dazu ein, innezuhalten und sich in das Bild zu versenken. Es ist eines der elf besten Fotos des Wettbewerbs „Mein Ruheplatz in Ludwigshafen“, die zur Eröffnung der zweiwöchigen Aktionsreihe „Stille in der Stadt“ am Lutherplatz präsentiert wurden. Die Teilnehmer waren dazu aufgerufen, Orte im Stadtgebiet zu fotografieren, an denen sie selbst Ruhe finden. „Von der Themenstellung hat mich immer schon alles, was mit idyllischer Stille und Natur zusammenhing, fasziniert“, erklärte Schwenn, der seit seiner Jugend fotografiert und seit zwei Jahren in einem Fotoclub in Schifferstadt aktiv ist.

Wasser in vielen Variationen

Wasser bildet auch auf vielen anderen Bildern, die bei einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen erhalten haben, ein wiederkehrendes Motiv: So sind darauf etwa der Oggersheimer Backsteinweiher, das Rheinufer mit der Pylonbrücke oder der Großparthweiher zu sehen. Doch auch Ruhe-Orte mitten in der Stadt wurden gefunden und nun geteilt – wie etwa Ilona Schäfers „Hackgarten“-Stillleben.

Der protestantische Kirchenbezirk und der Marketing-Verein hatten den Wettbewerb ausgeschrieben, der unter dem Dach der Veranstaltungsreihe „Stille in der Stadt“ stattfand, welche die Kirche mit Partnern wie dem Hack-Museum, der Musikschule und der Hochschule bis zum 26. Mai ausrichtet.

Rund 70 Bilder seien eingereicht worden, berichtete Citypfarrerin Susanne Schramm, die mit Religionspädagogin Bärbel Bähr-Kruljac die Gesamtaktion federführend organisiert. Die Gewinner-Auswahl ist bis zum 26. Mai in einer Ausstellung in der Melanchthonkirche zu sehen.

Neben dem per Online-Abstimmung gekürten Siegerfoto wird ein weiteres Bild durch eine Jury unter der Leitung von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) prämiert und am Sonntag, 19. Mai, 17 Uhr, auf dem Lutherplatz ausgezeichnet. Der Preis: Steinruck lädt die Hauptgewinner zum Abendessen ein – und zwar „in aller Ruhe“, wie sie bei der Eröffnung der Aktion erläuterte. Der Wunsch nach Stille und Ruhe sei „so alt wie der Wunsch nach Kommunikation“, so die Rathauschefin.

„Mitten im Ort, mitten im Trubel einen Ort zu finden, der aufatmen lässt, das wünschen sich wahnsinnig viele Menschen.“ Dazu sei es indes nicht nötig, aus der Stadt zu fliehen, „sondern Ludwigshafen bietet sehr viele Orte, an denen man sich erholen kann“, so Steinruck. „Ich finde, wenn man diese Bilder anschaut, kann man diese Ruhe förmlich spüren, die von diesen Orten ausstrahlt“, führte sie mit Blick auf die auf dem Lutherplatz präsentierten Bilder aus.

„Stille in der Stadt“ möchte eine Einladung sein, in Inseln der Stille zu entdecken – „und wenn wir uns darauf einlassen, auch stille Orte in uns selbst“, sagte Schramm beim mit Glockengeläut eingeleiteten und von Jens Bunge auf der Mundharmonika begleiteten Start der Veranstaltungsreihe. „Stille ist nicht einfach da, doch sie lässt sich finden und übt auch in kleinen Portionen genossen eine Wirkung aus, die als Gelassenheit durch den Tag trägt“, sagte Dekanin Barbara Kohlstruck.

Dazu bietet die Aktionsreihe viele Gelegenheiten, wie sich bei der Vorstellung des Programms durch die Kooperationspartner zeigte: Von Museums- und Kirchenführungen über Workshops, Vorträge, Filmvorführungen, Andachten und Predigten bis zum „Zelt der Stille“, das am Rathausplatz einlädt, reicht die Bandbreite der – meist kostenfreien – Veranstaltungen.