Ludwigshafen

Papier ist geduldig

Thomas Schrott zum neuen Nahverkehrsplan

Mit ihren Hochstraßen galt Ludwigshafen einst als autogerechte Stadt, beim neuen Nahverkehrsplan setzt die Stadt nun richtige Schwerpunkte – mit dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Verbesserungen für die Radler. Für hohe Erwartungen besteht aber überhaupt kein Anlass, weil die Stadt hoch verschuldet ist. Und die Aufsichtsbehörde deswegen strenge Auflagen verhängt hat – und zudem völlig unverständlich den öffentlichen Nahverkehr als sogenannte freiwillige Leistung einstuft. Dies minimiert die Chancen für die (wünschenswerte) Erweiterung des Straßenbahnnetzes. Neue Trassen nach Neuhofen und in die Pfingstweide wurden bereits vor 20 Jahren angedacht, ohne dass die Projekte bislang einen Schritt vorankamen. Und die Finanznot hat sich seitdem verschärft. In der Zwischenzeit wurde sogar das Angebot des abendlichen Straßenbahnverkehrs reduziert und durch Busse ersetzt. Auch beim Ausbau der Radwege tat sich bislang wenig.

Auf 100 Seiten sind im Nahverkehrsplan viele gute Wünsche formuliert. Papier ist aber geduldig. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn Großunternehmen wie die BASF das Jobticket einführen würden. Auch dies würde vielen Pendlern das Umsteigen auf Bus oder Bahn erleichtern.