Ludwigshafen

Pfalzbau Theaterclub feiert Premiere von „Ist die Welt denn noch zu retten“ / Schüler setzen sich mit Umweltschutz auseinander

Patient Erde im Todeskampf

Archivartikel

Ludwigshafen.Alle acht Kinder umklammern einen aufblasbaren Globus, aus den Lautsprechern dringt Louis Armstrongs Stimme: „What A Wonderful World“ – was für eine wunderbare Welt. Aus diesen acht Weltkugeln entweicht bald die Luft, bis nur leere Hüllen zurückbleiben. Aber das ist nur ein Spiel, oder etwa nicht? Jedenfalls kein lustiges, meinen zwei der Mädchen. „Ich glaub’ sogar, dass das alles hier bald auch so sein wird – dass der Welt in echt die Luft ausgeht“, sagt die zwölfjährige Dalanda.

Es ist ein starkes Bild und ein starker Einstieg in das Stück „Ist die Welt denn noch zu retten?“, das auf der Probebühne 2 des Theaters im Pfalzbau seine Premiere feiert. Im Theaterclub der Pfalzbau-Bühnen haben sich acht Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren unter Leitung von Theaterpädagogin Giuseppina Tragni mit dem Thema Weltrettung auseinandergesetzt. Somit haben sie sich freilich auch mit den Gefahren befasst, denen der Planet ausgesetzt ist. Dalanda, Gasika, Aaron, Arwen, Nevio Julian, Alisya, Esin und Rojhat haben unter anderem ein Tagebuch geführt, in dem sie notierten, was für die Umwelt getan werden kann, haben Ideen gesammelt und Szenen entwickelt, an einem Workshop über den Zusammenhang von Klimawandel und Wirtschaft teilgenommen.

Bei der Premiere auf der Probebühne findet sich der Zuschauer in der Show „Wie zerstören wir die Welt“ wieder. „Der Weltraum wäre doch die perfekte Mülltonne“, wo der Unrat sich etwa zum „Sternbild Haushaltsgeräte“ formieren und Himmelsbetrachter sich zu vorbeihuschenden „Müllschnuppen“ etwas wünschen könnten.

Auch Zuversicht mitgenommen

„Wir sind hier, wird sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, skandieren die Mimen später als Teilnehmer einer Demonstration, „Das Ende ist nah“, ist auf einem Schild zu lesen. „Es handelt sie hier um eine Gruppe minderjähriger Demonstranten, die ihre Schulpflicht verweigern“, kommentiert ein am Rande stehender Darsteller – er trägt eine Maske mit dem Antlitz von FDP-Politiker Christian Lindner. „Ich habe gelernt, dass du nie zu klein dafür bist, um einen Unterschied zu machen“, wird die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zitiert.

Bald darauf herrscht in einem OP-Saal helle Aufregung: Ein Ärzteteam diagnostiziert beim Patienten Erde „Klimamutation, verursacht durch Parasiten“ – die Menschen also. Doch alle Anstrengung bleibt vergeblich: die akustische Nulllinie des EKG zeigt den Tod des Patienten an. Gleichwohl steht am Ende der so eindrücklichen wie humorvollen Aufführung die Hoffnung: „Vielleicht geht es ja doch noch“, meint die 13-jährige Gasika.

Diese Zuversicht haben die Schauspieler auch persönlich mitgenommen: „Dass man die Welt retten kann, aber nicht allein, alle müssen zusammen anpacken“, sagt Esin, elf Jahre, nach der Vorstellung. „Wenn man fest daran glaubt“, fügt Alisya hinzu. Denn: „Man ist nie zu klein, um die Welt zu verändern“, bekräftigt die ebenfalls elfjährige Arwen.