Ludwigshafen

CDU Kreisparteitag stellt Bewerber für die Stadtratswahl am 26. Mai auf / „Wir wollen wieder stärkste Fraktion werden“

Peter Uebel als Spitzenkandidat

Ludwigshafen.Mit einem neuen Spitzenkandidaten geht die CDU in die Kommunalwahl am 26. Mai. Der Kreisparteitag nominierte am Samstag dafür Peter Uebel, der vor einem Jahr den Fraktionsvorsitz von Torbjörn Kartes übernommen hatte. Der 55-jährige Internist wurde mit 98,2 Prozent der Stimmen gewählt. 113 der 115 anwesenden Delegierten votierten für ihn, zwei gegen ihn. Mit großen Mehrheiten wurden auch die vier weiteren Kandidaten auf der Stadtratsliste nominiert. Hinter Uebel folgen die Fraktionsvize und Landtagsabgeordnete Marion Schneid mit 95,6 Prozent Zustimmung, der Oggersheimer Daniel Beiner (94 Prozent) und die Mundenheimerin Wilhelma Metzler (91 Prozent).

„Stimmenkönigin“ war indes die Maudacher Ortsvorsteherin Rita Augustin-Funck, die mit 100-prozentiger Zustimmung auf Platz sechs gewählt wurde. Ohne Kampfabstimmungen und meist in großer Geschlossenheit wurde die Stadtratsliste gewählt. Neu auf vorderen Plätzen landeten der 25-jährige Dennis Schmidt, Ortverbandschef in Ruchheim, und Rebecca Wild (36), die 2005 unter ihrem Mädchennamen Silveira als „Miss LU“ stadtweit bekannt geworden ist.

Sozialquote abgelehnt

„Wir haben alle Chancen, die Stadtratswahl diesmal zu gewinnen“, gab sich Uebel zuversichtlich, nachdem die Union 2014 knapp hinter der SPD gelegen war. Als Ziel nannte er „20 Sitze + X“. Zur Erinnerung: Bei der Wahl vor fünf Jahren erzielte die CDU 20 Mandate. Bei den Ortsvorsteherpositionen, von denen die Union vier der zehn Amtsinhaber stellt, „muss es künftig aber mehr werden. Und das können wir auch schaffen“, so Uebel.

Die Voraussetzungen dafür sind nach seiner Ansicht gut. „Erstmals seit Jahren schlägt uns kein eisiger Wind mehr aus Berlin entgegen, sondern haben wir Rückenwind“, erklärte Uebel und sprach von positiven Effekten durch den Wechsel der Bundesspitze der Partei. „Wir müssen personell und inhaltlich die Bürger neu überzeugen“, ergänzte Parteichef Kartes. Dieser verzichtete auf ein Stadtratsmandat, um sich ganz auf die Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter zu konzentrieren.

„Wir dürfen keinen Linksruck in der Stadt zulassen“, betonte Uebel. Nachdrücklich lehnte er eine Sozialquote im Wohnungsbau ab, denn dadurch würde keine einzige Wohnung mehr gebaut. Nur kurz streifte der Spitzenkandidat die Schwerpunkte des Kommunalwahlprogramms. Er nannte dabei den Stadtumbau mit den Hochstraßen-Projekten und der Rathaus-Sanierung. Immer wichtiger werde dabei die Mobilität in der Stadt mit den Aspekten Nah- und Radverkehr. Dafür habe sich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet. Gute Antworten müsse die Partei auch zu den Themen gesellschaftlicher Zusammenhalt, Integration und überdurchschnittliche Arbeitslosenquote liefern.

Das genaue Wahlprogramm will die CDU am 9. April präsentieren. Vorschläge dafür soll auch die Parteibasis liefern, sagte Kartes. Nach seinen Angaben sind im Wahlkampf relativ wenige Abendveranstaltungen geplant. „Wir müssen mehr auf die Straße gehen.“

Josefa Diehl geehrt

Bei jeder Wahlveranstaltung in den vergangenen 16 Jahren war indes Josefa Diehl dabei, die Kartes zum Ende des dreieinhalbstündigen Parteitags mit der Ehrennadel auszeichnete. Denn die Friesenheimerin hatte nicht nur Fotos gemacht und Berichte verfasst, sondern auch die Homepage der Partei gepflegt. „In diesem Punkt waren wir lange Zeit vorn“, merkte Kartes an. Auch die frühere Oberbürgermeisterin Eva Lohse dankte Diehl für die große Unterstützung und wünschte der Partei ein gutes Abschneiden bei der Stadtratswahl. Dies sei gerade deshalb besonders wichtig, weil die CDU nicht mehr den Rathauschef in der Stadt stelle.