Ludwigshafen

Abfall Grüne fordern Konzept zur Müllreduzierung / Stadt will Thema in einer der nächsten Umweltausschusssitzungen erörtern

Pfandbecher-System statt Papp-Müllberge

Archivartikel

Ludwigshafen.Fast-Food-Verpackungen und Einweg-Kaffeebecher werden oftmals achtlos weggeworfen und landen längst nicht so häufig in den gelben Säcken wie gewünscht. Deshalb fordern die Grünen die Verwaltung auf, dass sie Maßnahmen zur Reduzierung des Verpackungsmülls auf öffentlichen Flächen ergreifen soll. Dazu zählt auch die Einführung eines Pfandbechersystems.

„Das Abfallaufkommen im Stadtgebiet nimmt durch diese Verpackungen und Getränkebecher immer weiter zu“, nannte Fraktionschef Hans-Uwe Daumann das Grundproblem. Er erinnerte daran, dass die letzte Gebührenerhöhung in Ludwigshafen mit dem steigenden Müllaufkommen aus diesem Bereich begründet wurde. Zudem verwies er darauf hin, dass Mehrwegsysteme wie etwa Pfandbecher bereits in anderen Städten wie Mannheim eingeführt wurden. Nach Ansicht der Grünen müssen bei dem Thema nicht nur die Gastronomiebetriebe und Bäckereien angesprochen werden. Zudem sollten die Verbraucher mit einer Werbekampagne sensibilisiert werden.

Verwaltung dämpft Erwartungen

Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) erklärte im Werksausschuss Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL), dass die Verwaltung die Anregung aufgreifen werde und das Thema in einer der nächsten Sitzung des Umweltausschusses behandeln wolle. Einen genauen Termin nannte er dabei aber nicht. Mit einer kurzfristigen Einführung von Pfandsystemen sei aber nicht zu rechnen, dämpfte der Beigeordnete die Erwartungen.

„Denn für das Konzept müssen noch verschiedene städtische Bereiche und Fast-Food-Unternehmen einbezogen werden“, sagte der Umweltdezernent. Generell seien Pfandsysteme ein „entscheidender Beitrag“, um die Mengen an Wegwerfbechern deutlich zu reduzieren. Dies könne auch einen Beitrag zu mehr Sauberkeit in der Stadt leisten.

Aktionen gegen die Wegwerfmentalität haben andere Städte bereits gestartet. In Mannheim haben die Stadtverwaltung zusammen mit der Werbegemeinschaft, Klimaschutzagentur und einem Bürgerverein die Kampagne „Bleib deinem Becher treu“ ins Leben gerufen. An dem Pfandsystem beteiligen sich auch Bäckereien und Cafés. In der Quadratestadt werden nach einer Schätzung der Klimaschutzagentur werden täglich rund 32 000 Pappbecher weggeworfen. Für Ludwigshafen gibt es keine Zahlen.

Laut einer Studie der Humboldt-Universität Berlin zählen vor allem Erwachsene im Alter von 30 Jahren zu den „Müllsündern“, die Einwegverpackungen wegwerfen. Um dieses Aufkommen zu vermindern, setzen Kommunen bisweilen nicht nur auf Pfandsysteme. In Köln wurden grüne Fußspuren auf der Straße getestet, die zu Papierkörben führen – verbunden mit einer humorvollen Plakatkampagne hatte es durchaus einen positiven Effekt.