Ludwigshafen

Prävention Infoveranstaltung in Adolf-Diesterweg-Realschule

Polizei klärt Schüler über Drogen auf

Archivartikel

Ludwigshafen.Fast jeder Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren hat schon einmal Shisha geraucht und vielleicht auch schon mal Erfahrungen mit Marihuana gemacht. Dies zeigte ein Infotag der Polizei Oggersheim in einer neunten Klasse der Adolf-Diesterweg-Realschule. Offensichtlich wird in manchen Familien gemeinsam Shisha geraucht, bei Kneipenbesuchen ebenfalls. Dass das Jugendschutzgesetz hier strikte Vorgaben macht, war vielen Schülern gar nicht klar.

Auswirkungen auf Führerschein

„Was ist, wenn mein Bruder das in der Shisha-Bar bestellt und ich mitrauche“, war eine der Fragen. „Dann macht sich der Bruder, hauptsächlich aber der Barbesitzer strafbar“, so die Antwort von Alexander Friedrich und seiner Kollegin Rebecca Kimmig von der Polizeiwache Oggersheim. Aufklären wollten beide, nicht mit erhobenem Zeigefinger drohen. Doch die Fragen zu Drogen- und Alkoholkonsum ließen manchmal keine Wahl. „Wer hat alles schon mal Alkohol getrunken – und was?“, fragte Friedrich. Jägermeister und Wodka, lautete die Antwort. Meist als Mischgetränk mit süßen Säften. „Auch hier macht ihr euch strafbar, wenn wir das feststellen“, warnte Kimmig. „Ihr bekommt einen Eintrag im Führerscheinverzeichnis. Wenn ihr dann mit 18 den Führerschein machen wollt, wird das sehr schwer.“

Neben den rechtlichen Aspekten verdeutlichten die Beamten die gesundheitlichen Folgen von Drogen- und Alkoholkonsum. Auch das Rauchen sei eine Gefahr. „Da bekommt man Lungenkrebs, daran kann man sterben“, wussten die Schüler. Intensiv besprochen wurden Tabak und Zigaretten. Die Klasse erfuhr, dass die Tabakindustrie mit Werbung gezielt Jugendliche anspricht. Neben dem Suchtfaktor wurden Symptome des Rauchens besprochen. Auch E-Zigaretten seien gefährlich – allerdings lägen kaum Studien zu Langzeitfolgen vor.

Wer von den Jugendlichen dachte, Marihuana für den Eigenbedarf sei legal, der wurde eines Besseren belehrt. „Und wenn ich das selbst anpflanze und eine Absaugvorrichtung einbaue, damit die Nachbarn nichts riechen?“, wollte es einer genau wissen – und bekam die erwartbare Antwort. Doch auch Polizist Friedrich hat in seiner Jugend zum Joint gegriffen. „Ich habe es ausprobiert, das ist nichts für mich“, berichtete er. Der Kontrollverlust habe ihm nicht gefallen, daher lasse er es. Und das Gleiche rät er den Schülern.