Ludwigshafen

Brückenaward Konzertveranstaltung findet erstmals in Ludwigshafen statt / Experimenteller Elektro und heftige Rockklänge

Premiere auf anderer Rheinseite

Ludwigshafen.Spaziergänger bleiben verwundert stehen, Radfahrer halten an, Jugendliche breiten Decken auf der Wiese aus, setzen sich zusammen, ja, sogar ein älteres Ehepaar bringt seine Rollatoren seitlich der Bühne bestens in Position - der erste Ludwigshafener Brückenaward an der Rheinuferpromenade hat mit seiner außergewöhnlichen Musik nicht nur etwas Verbindendes, sondern ist auch eine schöne Bereicherung für den Kultursommer in der Chemiestadt.

Was am Nachmittag zunächst eher Familien mit kleinen Kindern und Passanten anlockt, füllt sich gegen Abend zusehends. Manche haben es sich auf Liegestühlen oder mitgebrachten Klappstühlen bequem gemacht. Vorbeilaufende Jugendliche rufen per Handy Freunde an oder schicken ihnen ein Foto, um sich später an selber Stelle zu verabreden.

Das Musikprogramm beim Brückenaward ist vielseitig und auch regional: DJ Fello de Varcante beginnt mit improvisierten House- und Electrobeats. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen kommt Festivalstimmung auf. Die Band De Kinderkids folgt und überzeugt mit ruhigem Folk, gespickt mit Blues- und Country-Elementen.

Ursprünglich aus Mannheim

Später am Abend wird es rockiger mit der Gruppe Eutanase. Experimentelle Elektrosounds legt DJ Mikel auf. Die Mannheimer Band Fibel bietet den Zuschauern heftige Rockklänge, während "Trottoir" ihren instrumentalen, teils verspielten, dennoch klaren Gitarrenrock präsentieren.

"Wir sind hier wieder so urig, wie wir zu Beginn waren", meint Tobias, einer der vier Organisatoren des Brückenawards, der ursprünglich aus Mannheim kommt und nun über den Rhein gewandert ist. In der Quadratestadt lockt er rund 2000 Besucher an, in Ludwigshafen geht es kleiner los. "Es ist einfach schön. Hier können wir alles selbst organisieren, vom Einkaufen bis zum Musikmachen", ergänzt Tobias. Doch wie kam die Veranstaltung über den Rhein?

Fabian Burstein, Leiter des Ludwigshafener Kulturzentrums "das Haus" hat einen großen Anteil daran: "Wir kennen Fabian Burstein noch aus seiner Zeit in Mannheim, und da haben wir uns gedacht, Ludwigshafen hat doch Kohle, da gehen wir mal rüber", sagt Ache mit einem Augenzwinkern. Er ist einer der Brückenaward-Organisatoren, der selbst seit kurzer Zeit in Ludwigshafen-Süd wohnt. "Erst wenn man in Ludwigshafen lebt, bekommt man mit, was hier eigentlich los ist. Wenn der Rhein und die wenigen Brücken nicht wären, dann wären wir doch eine große Stadt. Ich finde, so muss man das sehen. Ludwigshafen ist so dankbar. Hier ist so viel möglich", zeigt sich Ache begeistert. Fabian Burstein habe die beiden dann gebeten, doch etwas zum Kultursommer beizutragen - also überquerte der Brückenaward die Rheinbrücke.

Hervorragende Unterstützung

"Erst wussten wir nicht, wo wir hin sollen. Wir wollten was Verrücktes machen, unter der Hochstraße spielen oder so etwas. Südweststadion oder Rathaus-Center-Parkdeck waren Ideen. Aber wir fanden, dass wir zu einer Brücke gehören. Also fiel die Wahl auf die Promenade", erklärt Tobias. Die Stadt habe die Organisatoren hervorragend unterstützt, das habe sie positiv überrascht und vieles erleichtert. "Wir können uns vorstellen, wieder einen Brückenaward in Ludwigshafen zu veranstalten", ergänzt Tobias.