Ludwigshafen

Jugend Initiative Lokale Agenda verleiht Kinderzukunftsdiplom / Finale in Musikschule mit Probemusizieren

Programm bis zur letzten Minute

Ludwigshafen."Am besten fand ich das Hüttenbauen, das hat besonders viel Spaß gemacht." "Und als wir Elektroniksachen auseinandergeschraubt haben, das war auch toll." Adrian Ritter und Julian Pister toben durch die Räume der Musikschule Ludwigshafen. Wie die beiden in diesem Jahr das Kinderzukunftsdiplom fanden? "Es war sehr cool, hat viel Spaß gemacht."

Das Diplom ist eine Veranstaltungsreihe der Initiative Lokale Agenda 21 (ILA), die sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren richtet. Von Ende Mai bis Ende September können sie sich für die Veranstaltungen eine Bescheinigung abholen, ab vier Teilnahmen bekommen sie das Kinderzukunftsdiplom. "Wichtig ist uns, dass sich die Kinder nicht berieseln lassen, sondern dass sie etwas lernen", erklärt Angelika Hornig von der ILA, die das Projekt organisiert. "Deswegen haben wir auch die Altersbeschränkung. Ab acht Jahren können die Kinder schon lesen und mitarbeiten, ab zwölf werden sie dann zu Teenagern. So ist das ganze gerade noch homogen."

Besuch in Moschee und bei RNV

Je nach Altersgruppe stehen für die Kinder 50 Veranstaltungen zur Auswahl, bei denen sie dabei sein können. Dieses Jahr ging es zum Beispiel in eine Mannheimer Moschee, mit der Familie auf einen Ausflug in die Pfalz oder auf den Betriebshof der RNV. "Das Programm ist vielfältig, von Kunst über Kultur bis zum Sport ist vieles dabei", sagt Hornig.

Und auch am letzten Tag geht das Projekt noch weiter. Statt einfach nur die Urkunden zu übereichen, gibt es wieder ein Programm für die Kinder: Ein Bläserquintett der Musikschule Ludwigshafen spielt das Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofiev, bei dem jeder Charakter von einem Instrument symbolisiert wird - wahlweise von Klarinette, Oboe, Fagott, Horn oder Querflöte. Im Anschluss dürfen die Kinder sich dann noch selbst als Musiker versuchen, und den Instrumenten ein paar Töne entlocken, zumindest sofern dies gelingt.

"Wir haben die Musikschule be-wusst als Übergabeort für die Dip-lome ausgesucht", sagt Angelika Hornig. "Wir veranstalten sie jedes Jahr woanders, und da die Schule selbst auch immer ein Programm über den Sommer anbietet, sind wir in diesem Jahr hier." Nächstes Jahr soll nach Möglichkeit eine besonders große Feier in der Hochschule steigen, denn schließlich gibt es dann etwas zu feiern: Das zehnjährige Bestehen des Kinderzukunftsdiploms.

"Wir wollten damals ein außerschulisches Bildungsangebot für die Kinder schaffen", erklärt Hans-Uwe Daumann von der ILA die Entstehung des Projektes vor neun Jahren. "Es sollte einen gewissen Schnuppercharakter haben, mit zwei, drei Stunden langen Veranstaltungen. So wollen wir die Schwellenangst, die bei manchen Kindern sicher vor-handen ist, überwinden." Und im nächsten Jahr soll dann nicht nur eine besonders große Diplomvergabe geben, sondern auch ein noch umfangreicheres Programm. "Wenn Sie Ideen haben, oder Vorschläge, was wir anbieten sollen, dann lassen Sie uns das wissen", sagt Daumann bei der Diplomvergabe an die Eltern gerichtet.