Ludwigshafen

Ebertpark Linke schalten Obere Denkmalschutzbehörde ein / Bereichsleiterin Gabriele Bindert: Erhalt viel zu teuer

Protest gegen Abbau der Kneipp-Anlage

Archivartikel

Ludwigshafen.Seit Jahren wird die Kneipp-Anlage im Ebertpark nicht mehr genutzt. Wegen des hohen Aufwandes, das Becken zu betreiben, will die Verwaltung die Anlage abreißen. Dagegen regt sich Protest von Linken und FWG. Die Linke schaltete die Obere Denkmalschutzbehörde in Rheinland-Pfalz ein.

„In einem amtlichen Gutachten soll geprüft werden, ob die Trennung des Frischwasserbeckens von der Kneipp-Büste denkmalzerstörerischen Charakter hat und deshalb das Ensemble erhalten werden muss“, begründet Bernhard Wadle-Rohe den Vorstoß. Die Linken wollen nicht nur die Anlage erhalten, sondern auch die Funktion des Wasserbeckens aus therapeutischen Gründen wiederherstellen.

„Kneipp ist Yoga für die Füße – die Stärkung des Immunsystems wurde vor 120 Jahren als wirksames Instrument zur Vorbeugung gegen virale Infekte entwickelt“, weist Rainer Metz (FWG) auf den medizinischen Nutzen hin. Deshalb wirbt seine Fraktion über Parteigrenzen hinweg eine gemeinsame Lösung. Die Unterstützung der örtlichen Betriebskrankenkassen sei gefragt, um öffentliche Angebote der Gesundheitsförderung in Ludwigshafen zu fördern, so Metz weiter. Die Kneipp-Anlage erinnere daran, dass jeder mit einfachen Mitteln etwas für seine Gesundheit tun könne. Offensichtlich seien deren Vorteile in der Vergangenheit nicht hinreichend kommuniziert und ausreichend positiv in der Wahrnehmung der Bevölkerung verankert worden. Der Betrieb der Anlage sei jedenfalls nicht am Einsatz des Förderkreises Ebertpark gescheitert, sondern an einer „übertriebenen Regulatorik“.

Die städtische Bereichsleiterin Gabriele Bindert wies auf umfangreiche Hygienevorschriften bei einer Wiederinbetriebnahme hin. „Täglich müsste das Wasser mehrfach gewechselt werden, das ist für die Verwaltung nicht leistbar.“ Hinzu komme, dass die Stadt in jedem Fall für die Anlage hafte. Um das Becken funktionstüchtig zu machen, müsste die Stadt einen fünfstelligen Betrag investieren. „Insofern ist der Erhalt der Anlage letztlich viel zu teuer.“

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