Ludwigshafen

Schauspiel Laienspielkreis Albertino zeigt turbulente Komödie „Ein Koffer voller Geld“

Raffinierter Bankräuber im Pastorengewand

Archivartikel

Ludwigshafen.Was geht nur im „Roten Ochsen“ und im „Weißen Hirschen“ vor und wieso schleppt der Pastor zwei Koffer mit sich herum? Wer steckt dahinter, dass die Koffer immer wieder geklaut, gefunden und dann wieder gestohlen werden? Beim Laienspielkreis Albertino geht es mal wieder drunter und drüber. Da schießt der Dorfpolizist schon mal den Vogel ab, im wahrsten Sinne des Wortes. Er verhaftet so ziemlich alle – außer den Bankräuber, der sich dann ungestört in Richtung Hawaii absetzen kann. „Ein Koffer voller Geld“ nennt sich der Schwank in drei Akten, der noch bis zum 5. Mai im Gemeindesaal St. Albert, Madrider Weg 15, zu sehen ist. Die Einnahmen werden einem sozialen Zweck zugute kommen.

Die Theatermacher aus der Pfingstweide haben sich wieder einige Überraschungen einfallen lassen. Unter der Leitung von Ulrich Achtermann gibt das Ensemble alles und wird mit verdientem Applaus belohnt. Besonders brillant ist dabei Wilfried Thielecke als raffinierter Bankräuber, der sich als Pfarrer tarnt, inklusive frommer Sprüche in sakralem Tonfall. Anstehende Filmaufnahmen in einer Bank hat er dazu ausgenutzt, um genau diese um eine halbe Million zu erleichtern. Den Koffer voller Geld versteckt er in einem Verschlag. Dumm nur, dass auch der Filmrequisiteur Lenz (Siegmund Mäder) ein zum Verwechseln ähnliches Gepäckstück mit sich herumschleppt, voller Filmgeld. Diesen zweiten Koffer wirft er ins gleiche Versteck, und so sind Verwechslungen geradezu vorprogrammiert.

Jagd ist eröffnet

Hinzu kommen noch die resoluten Wirtsleute vom „Roten Ochsen“ und „Weißen Hirsch“, Josef und Josefina (Hans-Peter und Astrid Schmitt), die sich im Dauerstreit schon mal gegenseitig die Gäste abzugraben versuchen. Ochsensohn Andy (Michael Müller) versucht, zu vermitteln. Und er träumt davon, auch mal den Mut zu haben, eine Bank auszurauben. Denn das würde ja viele Probleme lösen, man darf sich nur nicht erwischen lassen. Gut, dass seine Rosi (Kirsten Baumann) ein Auge auf ihn hat. Spätestens als dann auch noch die mondäne Frau von Mühlberg (Maria Heitz) mit ihrer Nichte Susi (Iris Gutheil) auftaucht, ist die Jagd nach dem Geld eröffnet.

Koffer mit echtem Geld, Filmgeld und schmutziger Wäsche wechseln schneller den Besitzer als Dorfpolizist Stoppel (Klaus Ulke) schauen kann. Der echte Koffer wird von Rosi auf der Polizeiwache abgegeben, dort nachts aber wieder geklaut. Verdächtige gibt es zuhauf, zumal der Hotelverband auch noch vor Trickbetrügern warnt, die als elegantes Tante-Nichte-Gespann regelmäßig die Zeche prellen. Für zusätzliche Missverständnisse sorgen vermeintliche Gruppensex-Partys, die den Pfarrer hellhörig werden lassen, sich dann aber als harmlose Skatrunden entpuppen. Der Geistliche erweist sich zudem als erstaunlich trinkfest, ist aber von Amtswegen über jeden Verdacht erhaben. Dafür bekommt er Beklemmungen bei dem Gedanken, das neue Paar im Ort verheiraten zu müssen. Denn Josef und Josefina verbindet mehr als die Rivalität im Hotelgewerbe.