Ludwigshafen

Kultur Sechs Künstler stellen Skulpturen im „Depot LU“ aus / Vortrag heute über Lebensmittel

Reiz durch starke Kontraste

Ludwigshafen.Sollten Menschen ihre Lebensmittel mit anderen teilen, bevor sie im eigenen Kühlschrank vergammeln? Oder ist das dann doch etwas übertrieben? Diese Fragen thematisiert ein Vortrag zum Thema „Foodsharing“ (zu Deutsch: Essen teilen) heute Abend um 19.30 Uhr im „Depot LU“ (Rheinallee 1). Er ist ein Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „Faszination Skulptur. Erde, Stein, Holz, Papier“ im ehemaligen Straßenbahndepot.

Eine Ballett-Performance begleitete die Vernissage. Sechs Frauen lagen regungslos am Boden, während rund 200 Besucher in den 500 Quadratmeter großen Raum strömten. Nach einigen Minuten standen die Frauen auf und tanzten zwischen Skulpturen von sechs Künstlern. Laut Pia Scheiring, Inhaberin von Pias Ballettstudio, hatten die Tänzerinnen die Choreographie mit Bezug zu den Werken entwickelt.

Mit Kettensäge bearbeitet

Eine der Tänzerinnen war Annekathrin Lauer, die sich später intensiv mit dem Künstler Gerd Reutter (86) unterhielt, um mehr über ihn und seine Keramiken zu erfahren. Der Mannheimer zeigte sich begeistert über die von Nicoleta Steffan organisierte Ausstellung. Ähnlich sah Kollege Daniel Wolf aus Wiesloch. Er lobte die Vielseitigkeit der Schau, „es sind krasse Gegensätze zu sehen“.

Mäzen Brüne Cremer betonte, dass viele von Reutters Werken aus kleinen Elementen zusammengefügt seien. „Sie erzählen Geschichten, sind modern und erinnern gleichzeitig an antike Fundstücke“. Erhard Seiler (77) aus Ludwigshafen bearbeitet Holz mit Kettensäge, Raspeln und Sandpapier.

Gabriela Sann aus Frankenthal formt Papier zu Skulpturen. Montagen aus Werbung thematisieren die Konsumgesellschaft. Die Mannheimerin Luana Kroner-Stasek gestaltet Büsten aus Ton.

Bei Daniel Wolf steht die Anatomie des Menschen im Mittelpunkt seines Schaffens – hier ein altes Gesicht in Sandstein gehauen, dort der marmorne übersteckte weibliche Körper oder das mehrdeutige Objekt „Fallen“. Andrei Stefanescu aus München kombiniert Stein mit Holz und versucht, Themen wie Wechselwirkungen zwischen Mensch und Globalisierung oder Digitalisierung umzusetzen. Cremer: „Jede Skulptur wirkt für sich auf den Betrachter. Die Ausstellung setzt sie in einen Gesamtzusammenhang und so entsteht ein größeres Gesamtkunstwerk, eine Symbiose aus Raum, Kunst und Arrangement.“

Verantwortlich dafür ist Nicoleta Steffan, die in nur vier Wochen den von Birgit Stärk, Geschäftsführerin des „Depot LU“, zur Verfügung gestellten Raum füllte. Steffan betonte, dass sie nur genau diese sechs ausgestellten Künstler für die Schau haben wollte. Dass diese bis auf einen aus der Region kommen, sei ein Zufall. „Ich habe sie nicht nach dem Wohnort ausgewählt, sondern nach den Werken, die ich zusammen gesehen habe.“