Ludwigshafen

Friedenskirche Ausstellung „Materiale Verwandlung“ zeigt ab Pfingstsonntag Werke von Studenten der Universität Koblenz

Religiöse Grenzerfahrungen

Ludwigshafen.Neue Wege gehen und neue Perspektiven eröffnen möchten die Macher der Kulturkirche Friedenskirche mit einer Ausstellung. „Materiale Verwandlung“ zeigt ab Pfingstsonntag, 20. Mai, zehn Arbeiten von neun Künstlern, die eigens für den Ort hergestellt wurden. „Wir sind gespannt, wie die Gemeindemitglieder und Besucher darauf reagieren“, sagte Helmuth Morgenthaler, Vorsitzender des Förderkreises Friedenskirche e.V., bei der Vorstellung der Ausstellung und des Begleitprogramms.

Diese ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Universität Koblenz in Höhr-Grenzhausen entstanden und wird als Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz gefördert. Einen Teil der Kosten trägt zudem die Evangelische Landeskirche der Pfalz. Unter der Leitung von Professor Jens Gussek haben sich die Kunststudenten mit dem besonderen Ort Kirche beschäftigt. Erster Schritt war eine Begehung. „Dabei sind den jungen Leuten Sachen aufgefallen, die ich so selbst noch nie gesehen habe“, berichtete Pfarrerin Cornelia Zeißig.

Eindrücke umgesetzt

Diese Eindrücke haben sie in ihren Arbeiten umgesetzt, und zwar so, dass die Kirche mit aufgenommen wird, in ihrer eigentlichen Funktion aber nicht gestört wird – also die Gottesdienste zu Pfingsten. Der Bezug zu den Feiertagen wird ebenfalls hergestellt. So zeigt eine der Arbeiten brennende Wachsköpfe und erinnert so einerseits an Darstellungen der Jünger mit Flammen auf dem Kopf, andererseits aber auch an die Vergänglichkeit des Lebens.

Ein anderes Werk besteht aus 200 Keramikkugeln mit Gesichtseindrücken, die im Raum verteilt sind und daran erinnern, dass Menschen hier ihren Glauben leben. Eine Videoinstallation nimmt sogar die Engelbilder im Altarraum mit auf, die mit ihren sechs Flügeln Teile ihres Körpers bedecken. Heilkräuter nach der Lehre Hildegards von Bingen hängen in selbst geblasenen Glaskugeln vom Geländer der Empore. Nur von oben erkennbar sein wird die mosaikartig auf 60 Sitzkissen verteilte Landkarte Israels mit ihren zwölf Stämmen – ein Werk mit Brisanz angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten.

Die Kirche wird damit zum Raum von Grenzerfahrungen, im religiösen wie ästhetischen Sinn. Eröffnet wird die Ausstellung am 20. Mai, 19 Uhr, mit einem Vortrag von Barbara Auer, Direktorin des Kunstvereins Ludwigshafen, bei der langen Nacht der Kirche mit anschließender Meditation zur Nacht. Das Begleitprogramm beinhaltet Führungen und Gespräche mit dem Institutsleiter der Hochschule und den Künstlern.

Am Freitag, 8. Juni, 19 Uhr, spricht Juniorchef Frederik Richter von der bundesweit wohl berühmtesten Glaswerkstatt über den besonderen Werkstoff Glas in seinem Vortrag „Glasfenster – Herstellung und Botschaft, von einem zentralen Element sakraler Architektur“. Am Sonntag, 10. Juni, 10 Uhr, gibt es einen ARTgottesdienst mit den Künstlerinnen Tonia Fee Graß und Saskia Kaiser. Zur Finissage am Samstag, 16. Juni, 19 Uhr, spielt Bezirkskantor Tobias Martin mit der Berliner Saxofonistin Ruth Velten geistliche Sommermusik. Unter dem Titel „Glasklar“ werden ausgewählte Stücke zum Thema „Spiegel und Spiegelung“ zu hören sein.