Ludwigshafen

Landgericht Drogen-Prozess gegen 31-Jährigen fortgesetzt / Unterbringung in einer Entziehungsanstalt?

Sachverständiger wird hinzugezogen

Archivartikel

Ludwigshafen.Eine mögliche Wende deutet sich im Drogenprozess gegen einen 31-jährigen Ludwigshafener an. Nach dem Ergebnis des zweiten Verhandlungstags vor dem Landgericht Frankenthal muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Der Verteidiger des Angeklagten hatte im Blick auf dessen langjährige Drogenvergangenheit eine Maßregel laut Strafgesetzbuch ins Spiel gebracht. Demnach kommt für therapiewillige, suchtkranke Täter neben einer Strafe auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt in Betracht. Dieser Vorgehensweise schloss sich das Gericht an.

Zumeist erwerbslos

Rechtsanwalt Alexander Klein zeichnete in der Einlassung für seinen Mandanten das Bild einer vom Scheitern geprägten Geschichte: Nach Scheidung der Eltern in frühester Kindheit und Hauptschulabschluss brach der Angeklagte zwei Ausbildungen ab, bevor er kurzzeitig im Betrieb seines Vaters unterkam. In der Folge war er meist erwerbslos.

Ab dieser Zeit hätten die Drogen sein Leben bestimmt, was zu mehreren Verurteilungen führte. Nach einer Haftstrafe und stationärer Therapie im Jahr 2016 sei der Mandant ein halbes Jahr lang drogenfrei gewesen. Bei seinem Rückfall habe er Cannabis, Spice und Amphetamine konsumiert. In diese Zeit fielen die ihm nun zur Last gelegten Straftaten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in Ludwigshafen und Otterstadt Cannabispflanzen in seiner Wohnung angebaut und eine Gesamtmenge von 880 Gramm Marihuana, 250 Gramm Amphetaminen sowie weitere Betäubungsmittel vorgehalten zu haben. Ferner stellten die Ermittler im Kofferraum seines Autos 100 Gramm Kokain, 2,4 Kilogramm Marihuana und 3000 Ecstasy-Tabletten sicher. Der Prozess wird am 6. November fortgesetzt. 

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