Ludwigshafen

Hochstraßen Arbeiten sollen erst Mitte 2020 beginnen / Größere Schäden als vermutet

Sanierung verzögert und verteuert sich

Von unserem Redaktionsmitglied

Thomas Schrott

Ludwigshafen. Die Sanierungen der beiden Hochstraßen in Ludwigshafen beginnen später und werden deutlich teurer. Das südliche Bauwerk soll erst ab Mitte 2020 instand gesetzt werden, sagte Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck. Geplant war dies für 2019. Bei der Hochstraße Nord sollen vorbereitende Maßnahmen für den Abriss Ende 2021 beginnen – zwei Jahre später als geplant.

Die Gesamtkosten für die Hochstraße Nord erhöhen sich um 22 auf 310 Millionen Euro, erklärte Kämmerer Dieter Feid. Dafür seien ausschließlich gestiegene Planungs- und Verwaltungskosten verantwortlich, etwa zusätzliche Gutachten und eine externe Projektsteuerung.

Die Mehrkosten bei der Hochstraße Süd seien nicht abschätzbar. Dazu müsse erst die Vorplanung im Herbst abgeschlossen sein. Bislang kalkulierte die Stadt mit 25 Millionen Euro für die Sanierung der Hochstraße Süd. Beide Verkehrsadern sind bedeutsam für die Metropolregion Rhein-Neckar.

Vor allem wegen massiver Schäden an den Spanngliedern wird die Sanierung der Hochstraße Süd erheblich komplizierter und teurer als gedacht. Auf einem rund 500 Meter langen Abschnitt muss eine neue Brücke unter dem alten Bauwerk errichtet werden. Die Arbeiten sollen Ende 2022 abgeschlossen sein, so Steinruck.

Weil die Hochstraße Süd als Ausweichroute für die „Nordbrücke“ dient, verschiebt sich auch der Abriss der Hochstraße Nord. Dieser soll 2023 starten und 2030 beendet sein. Ab 2021 sind dort vorbereitende Maßnahmen wie der Abbruch eines Hochbunkers geplant, der laut Steinruck keine großen Auswirkungen auf den Verkehr hat.

Möglicherweise wird auf der Hochstraße Nord das Lkw-Fahrverbot erweitert. Steinruck: „Bis zum Sommer prüfen wir, ob dies aus Gründen der Risikominimierung notwendig ist.“

Weil Ludwigshafen mit weiteren Kostensteigerungen rechnet, will die Stadt erneut Gespräche mit dem Bund und dem Land Rheinland-Pfalz über höhere Zuschüsse aufnehmen.