Ludwigshafen

Kulturzentrum „dasHaus“ Viele Besucher sorgen für heitere Atmosphäre bei klassischem Flohmarkt

„Schatzsuche“ am Wühltisch

Ludwigshafen.Sich eine kleine Freude machen, ein außergewöhnliches Fundstück entdecken oder einfach nur die Neugierde befriedigen – das sind einige der Gründe, aus denen zahlreiche Menschen an diesem Morgen zur Februar-Auflage des Flohmarkts im Kulturzentrum „dasHaus“ kommen. Für Nicole Eggers aus Mannheim ist es der Versuch, eine Lücke zu schließen: „Ich suche dringend ein Handrührgerät“, verrät sie schmunzelnd.

Das Angebot der privaten und ehrenamtlichen Verkäufer ist an diesem Samstag ziemlich breit, wenn auch typisch: Uhren, kleine Gemälde, Vintage-Kleidung, Kleider für Kinder und Jugendliche, Besteck und Haushaltswaren, Schmuck, viele Bücher, Filme, ausgestorbene Technik wie VHS-Videokassetten, sterbende Technik wie CDs und Wiederauferstandene wie Vinyl-Langspielplatten – darunter beispielsweise eine Rarität wie die offizielle LP der Bundesgartenschau Mannheim 1975. Besonders schön: ein großformatiges Faksimile einer bebilderten Pflanzen-Enzyklopädie von 1628 – für nur 25 Euro zu haben.

Gesundes Preisgefüge

Überhaupt ist das Preisgefüge gesund – Flohmarkt bedeutet hier tatsächlich noch niedrige Preise und engagiertes aber nicht-professionelles Verkaufen. Lore Barthel aus Ludwigshafen erzählt: „Ich bin schon seit Jahren hier, zunächst habe ich eigene Sachen verkauft, die ich nicht mehr benötigt hatte und die Platz weggenommen hatten. Mittlerweile bekomme ich aus dem Bekannten- und Familienkreis Material aus demselben Grund. Und mit dem Erlös bezahle ich mir meinen Urlaub.”

Ob die elfjährige Anna aus Mutterstadt und ihre Eltern dabei helfen können? Eventuell ist ja der Asterix-Band interessant. „Wir flanieren hier gerne und regelmäßig, es ist für uns ein gemütlicher und abwechslungsreicher Samstagsausflug”, sagt ihre Mutter Bärbel, sie suchten aber nichts Bestimmtes. Anders Dorian aus Mannheim, der lächelnd sagt: „Wir sind auf verborgene Schätze aus.” Doch seine Freunde – anscheinend erfahrene Flohmarkt-Besucher – korrigieren ihn: „Dazu sind wir viel zu spät.”

Die Stimmung ist heiter-entspannt im Kulturzentrum, man sucht, man bietet, man diskutiert, trinkt reichlich dampfenden Kaffee aus der Thermoskanne. Und das schon ab 9 Uhr, schließlich fängt der frühe Vogel bekanntlich den Wurm. Dass hier keine professionellen Verkäufer am Start sind, trägt zur angenehmen Atmosphäre bei und ist den Veranstaltern sehr wichtig zu betonen, so Torsten Kleb vom „Haus“.

Volle Taschen bei den Gästen

Elfriede Haller und ihre Mitstreiter haben an ihrem Stand ein typisch buntes Sammelsurium, sie gehören zur Selbsthilfegruppe Analphabeten Ludwigshafen-Mannheim (SALuMa), einem ehrenamtlichen Verein, der Erwachsenen dabei hilft, ihren funktionalen Analphabetismus zu überwinden. Sie sagt: „Unsere Erlöse fließen in die Finanzierung unserer Kurse.” Außerdem sei der Stand am Flohmarkt eine sehr günstige Gelegenheit, um auf die eigene, sehr wichtige Sache aufmerksam zu machen, so Haller.

Je später es wird, desto voller werden die Taschen der Besucher. Nicole Eggers nimmt einen Asterix-Comic mit zurück über den Rhein: „Einen Thermomix hätte ich haben können, jede Menge Kaffeemaschinen, aber leider keinen Handrührer”, sagt sie achselzuckend. Aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.