Ludwigshafen

Kulturzentrum „dasHaus“ Klassischer Flohmarkt mit 60 Ausstellern / Verkäufer schätzen familiäre Atmosphäre

„Schatzsuche“ auf dem Wühltisch

Ludwigshafen.Trödel, Markensachen, Unikate: Dafür stürzen sich Schnäppchenjäger ins Getümmel von Flohmärkten. So auch im Kulturzentrum „dasHaus“, in dem an diesem Tag rund 60 Aussteller ihre Waren anbieten. „Ich kaufe auf Flohmärkten Klamotten für die ganze Familie“, berichtet eine Besucherin, die am späten Vormittag aufmerksam an den Wühltischen entlang läuft. Früher habe sie selbst ein Einzelhandelsgeschäft für Textilien betrieben. „Die Ware hier ist zu 90 Prozent billiger“, betont die Frau, ehe sie zum nächsten Stand läuft.

„Die meisten Besucher kommen zum Stöbern auf den Flohmarkt im Kulturzentrum“, sagt Flohmarktmacher Torsten Kleb, Pressesprecher beim Stadtmarketing der Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft (Lukom). Die Schnäppchenjäger, Trödelprofis und Sammler waren schon beim Aufbau im Morgengrauen da, erzählt eine Händlerin. Die echten Profis haben einen guten Blick für den Wert der alten Dinge auf dem Gebrauchtwarenmarkt und kaufen oft, um das Erworbene weiterzuverkaufen.

Die Aussteller betreiben Flohmärkte nicht kommerziell, sondern als reines Hobby. Sie sind als Privatleute und nicht als Händler hier. Manche wollen mit dem Erlös die Vereinsarbeit unterstützen, manche alten Krempel loswerden und andere einfach nur ihre Leidenschaft leben. Das wirke sich auf die Preise aus, so Kleb. Sie lägen deutlich unter den auf dem Gebrauchtwarenmarkt üblichen. Gefeilscht wird an den Ständen dennoch, denn das gehört auf einem Flohmarkt einfach dazu.

Zwar findet man unter den Ausstellern keine professionellen Händler, aber doch einige „alte Hasen“ mit jahrelanger Erfahrung. Lore Barthel stellt häufig aus und finanziert sich mit dem Erlös ihren Sommerurlaub. Unter den Stammhändlern kennt man sich nach den mehr als 20 Jahren, in denen die traditionelle, Veranstaltung im Kulturzentrum besteht. Es sei ihr Lieblingsflohmarkt, erzählt Carmen Arnold. Die Ausstellerin ist seit den Anfängen mit dabei: „Ich treffe hier Stammkunden und Aussteller wieder. Hohe Umsätze macht man hier nicht. Es ist mehr der gesellschaftliche Faktor als der kommerzielle.“

Klimaschutz wichtig

Auch den Klimaschutz mit dem Gebrauchthandel zu unterstützen, motiviert Stammhändler wie Arnold. Die Herstellung von Neuware erfordere Energie sowie Ressourcen und erzeuge zwangsläufig CO2. Wenn alte, noch brauchbare Ware einen neuen Lebenszyklus erhält, schont dies Klima und Ressourcen. Das Geschäft mir Gebrauchtem floriert seit einigen Jahren genau aus diesem Grund. „Der Recycling-Gedanke ist mir wichtig“, erzählt Ausstellerin Monika Lengsfeld: „Als Studentin ging es mir beim Flohmarktmachen noch um den Erlös. Heute ist es ein reines Hobby. Ich habe viel Spaß, lerne neue Leute kennen und treffe alte Bekannte.“ Ihr bestes Erlebnis als Händlerin sei eine Begegnung mit einer Nachbarin auf einem Flohmarkt gewesen. Die Frau habe ihrem Mann versprochen, den Keller zu räumen und vom Flohmarkt mit nichts zurückzukommen. Lengsfeld könne alles haben, habe die Nachbarin ihr gesagt. Noch am Abend stand der gesamte Restbestand in Kisten vor ihrer Haustür. 

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