Ludwigshafen

Eberthalle Mehr als 2500 Hunde und ihre Besitzer wetteifern bei der Rasseausstellung um begehrte Schönheitstitel

Schaulaufen der bellenden Champions

Ludwigshafen.Am Vortag war Buddy noch einmal beim Friseur. Dagmar Schütte hat ihm die Haare geschnitten - aber nur die Spitzen. Das empfindliche Fell vertrage es nicht, zu kurz geschnitten zu werden, erklärt sie. Jetzt kämmt die Besitzerin ihren schwarz-braunen Zwergspitz noch ein Mal. Bald geht es zum Auftritt in den Ring.

Mehr als 2500 Hunde aus rund 200 Rassen haben am Wochenende wieder um begehrte Schönheitstitel konkurriert: allseits bekannte Pudel oder Dackel, seltene Peruanische Nackthunde oder Bayerische Gebirgsschweißhunde. Die alljährliche Ausstellung in der Eberthalle ist ein Schaulaufen der schönsten Vierbeiner - und wie jede Hundeschau eine eigene, etwas eigentümliche Welt. An den Ringen, in denen die Tiere präsentiert werden, wird gefachsimpelt. Über die richtige Erziehungsmethode, über das beste Futter. Über die Frage, ob die Gewinner-Dogge nun wirklich die schönste ihrer Rasse ist. Über die Frage, ob man sich demnächst auch bei der Ausstellung in Dortmund sieht.

"Das muss man früh trainieren"

Wer Rassehunde züchtet, legt Wert auf Schönheit - und auf einer Ausstellung wird die amtlich besiegelt. Auf Veranstaltungen wie der in Ludwigshafen können sogenannte Anwartschaften für einen Hund gesammelt werden. Wer fünf davon bei unterschiedlichen Schauen erringt, kann beim Verband für das Deutsche Hundewesen einen Championtitel für seinen Liebling beantragen.

Zwergspitz Buddy verfolgt mit großen Augen, aber relativ gelassen das Treiben in der Halle. Eine gewisse Ruhe müsse ein künftiger Champion schon mitbringen, sagt Dagmar Schütte. "Das muss man früh mit dem Hund trainieren." Für die Tiere ist eine Ausstellung eine aufregende Angelegenheit. Tausende Gerüche, Tausende andere Hunde. Nicht jeder Hund sei für den Ausstellungstrubel geeignet, so die Züchterin.

Draußen geht es weniger ernst zu. Beim "Dog Diving" sollen die bellenden Teilnehmer möglichst weit in einen Pool springen. Manch ein Vierbeiner ist skeptisch und schaut dem geworfenen Ball nur hinterher. Die Profis dagegen lassen sich nicht lange bitten: Labrador Quatro hechtet mit einem hohen Sprung ins Wasser. 4,10 Meter sagt die "Kampfrichterin" - das reicht fürs Finale.

Besucher und Hundehalter können sich in der Halle mit allem eindecken, was Hunde- und Besitzerherzen höherschlagen lässt: mit einem Rinderohr für den Vierbeiner oder einem hundehaarverschlingenden Staubsauger für den Zweibeiner. Draußen wetteifern die Hundehalter währenddessen um Schönheitstitel. Alle Tiere werden von ausgebildeten Richtern bewertet. Sie schauen sich die Zähne an und messen bei Bedarf die Größe, bewerten das Gangwerk und die Fellbeschaffenheit. Die Welthundezuchtorganisation FCI hat für mehr als 350 Rassen einzelne Standards festgelegt, darin steht, wie ein Hund einer bestimmten Rasse auszusehen hat. An diesen Standard muss sich der Richter bei der Bewertung halten.

Oft gebe dann aber doch der persönliche Geschmack des Richters den Ausschlag, glaubt Martina Büttner. Sie ist gleich mit Amy an der Reihe, einem Amerikanischen Akita. Nur die Ruhe - das gilt auch für die Zweibeiner. Denn das Tier soll sich im Ring professionell präsentieren. Ein Hund, der nervös herumspringt oder gar aggressiv ist, gibt keine gute Figur ab. Deshalb ist es wichtig, dass auch der Mensch Ruhe ausstrahlt, sagt die Monsheimerin: "Das überträgt sich alles auf den Hund." fab

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