Ludwigshafen

Gesundheit Psychische Belastungen nehmen durch Corona zu / Beratung auch für Beihilfeberechtigte

Schnelle Hilfe bei seelischen Krisen

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Beratungsstelle Ivita für Menschen in seelischen Krisen oder mit psychischen Erkrankungen in Ludwigshafen kann nun auch beihilfeberechtigte Personen beraten. Das teilte der Caritasverband für die Diözese Speyer mit. Beihilfe ist im deutschen Dienstrecht eine staatliche finanzielle Unterstützung für Beamte, Richter, Soldaten und ihre Familien, zum Beispiel in Krankheits- oder Pflegefällen.

„Die seelischen Beeinträchtigungen und Herausforderungen für Menschen, die psychisch belastet sind, sind durch Corona gerade enorm“, wird Julia Bröhling-Kusterer, Gesamtleiterin des Netzwerkes für seelische Gesundheit Ivita, zitiert. Die Anfragen seien seit März auffällig angestiegen. Ein Erstgespräch sei immer möglich. „Aber leider können wir nur den Betroffenen langfristig helfen, deren Krankenkassen einen Versorgungsvertrag mit uns haben.“ Die Vereinbarung mit der Beihilfe des Landes Rheinland-Pfalz sei ein weiterer Schritt hin zu mehr Versorgungssicherheit.

Ivita steht für „integrierte Versorgung, innovative Teilhabe ambulant“. Die gemeinnützige GmbH hatte bis jetzt Verträge mit verschiedenen Krankenkassen. Seit Juli dieses Jahres besteht eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Dachverband Gemeindepsychiatrie, bei dem Ivita Mitglied ist, und dem rheinland-pfälzischen Finanzministerium. Dies bedeutet, dass Beihilfeberechtigte (auch aus anderen Bundesländern) und ihre Angehörigen beraten werden können, sowohl präventiv als auch in der Akutphase einer psychischen Erkrankung.

Präventive Versorgung

Das sei bei den Verträgen mit den anderen Krankenkassen anders: „Da läuft es so, dass wir von den Kassen die Information bekommen, welche Versicherten schon einmal psychisch erkrankt waren oder in einer psychiatrischen Klinik waren. Diese kontaktieren wir dann und laden sie ein, unser Konzept kennenzulernen.“ Weitere Klinikaufenthalte sollen damit vermieden werden.

Durch die Versorgungsvereinbarung mit der Beihilfe können Versicherte sich an Ivita wenden, noch bevor es zu schweren Krisen kommt. Der Staat habe mit der Vereinbarung die Notwendigkeit der präventiven Versorgung erkannt, im Gegensatz zu vielen gesetzlichen Krankenkassen, so Bröhling-Kusterer. Die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung, ist der Vereinbarung ebenfalls beigetreten.

Das Konzept von Ivita sieht niedrigschwellige Hilfen vor, die auch das Umfeld – Angehörige, Partner, Arbeitgeber – einbinden. Das Team ist täglich rund um die Uhr erreichbar. Dazu besuchen die Mitarbeiter die Betroffenen auch zu Hause und bieten Online-Beratung an. Gerade durch Corona spitze sich die Situation zu Hause häufig zu. Für solche Fälle gibt es eine Krisenwohnung mit 24-Stunden-Betreuung.

Nach Angaben des Caritasverbands haben die rund 20 Mitarbeiter seit Gründung im April 2015 über 1667 Patienten sowie deren Angehörige oder Arbeitskollegen beraten. Damit habe Ivita insgesamt rund 4000 Personen begleitet. Aktuell seien rund 440 Betroffene und deren Angehörige in Beratung.

Info: Zur Homepage: www.ivita-ggmbh.de 

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