Ludwigshafen

Fasnacht 26 000 Besucher feiern beim Umzug durch die Stadtteile Edigheim und Oppau bei strahlendem Sonnenschein

Schöner könnte es kaum sein

Ludwigshafen.Mit aufgemaltem Stoppelbart, einem weichen Filzschwert und dem dazu passenden Ganzkörperkostüm ist es leicht zu erraten, als was der dreijährige Finn Wild verkleidet ist: als Wikinger. Ausgestattet mit einer kleinen Einkaufstüte zum Bonbonsammeln steht er mit Mama und Papa am Straßenrand und wartet auf den Umzug. „Es ist schön, dass der Ort so etwas auf die Beine stellt“, sagt der 39-jährige Edigheimer Alexander Wild. „Schon als Kind war ich gerne bei Fasnachtsumzügen, das gehört für mich einfach dazu“, meint auch seine Frau Rebecca Wild, die sich als Schmetterling verkleidet hat.

Frühlingshaft ist nicht nur Rebecca Wilds Kostüm. Blauer Himmel, Sonnenschein und milde Temperaturen bilden die optimale Kulisse für Fasnachter auf und neben der Straße. Um 13.11 Uhr startet der Umzug, bei dem bereits seit sechzig Jahren die Oppauer und Edigheimer zusammen feiern, in der Edigheimer Uhlandstraße in Richtung Oppauer Straße.

Entlang der großen Straße, die die Stadtteile verbindet, stehen viele Familien, aber auch ältere Paare und junge Freundesgruppen zusammen. Manche im Ganzkörperkostüm als Kuh oder Einhorn, andere mit einem kleinen Hut oder Gesichtsbemalung. Der Zug rollt näher, vorne weg zwei Polizisten auf Motorrädern. Ein kleines Mädchen im blauen Prinzessinnenkleid ruft den Beamten ein begeistertes „Ahoi!“ entgegen – „Ahoi“ schallt es zurück und ein Tütchen Popcorn aus der Motorradtasche fliegt zu ihr.

„Hey, ab in den Süden“ dröhnt aus den Lautsprechern des ersten großen Wagens. Klein und groß tanzen mit und bücken sich nach den ersten Bonbons, die die Mondglotzer und die Obbarer Dambnudle von ihren Wagen werfen.

Verkleidet als Biomülltonne

Begeistert am Straßenrand feiern auch die 80-jährige Petra Hentel und ihre 63-jährige Freundin Doris Külbs. „Wir kommen aus Oppau und sind selbstverständlich jedes Jahr dabei“, sagt Hentel. Seniorensitzung und Altweiberfasnacht gehören für sie genauso dazu wie das passende Kostüm: Während Külbs im schwarzen Cape dabei ist, hat sich Hentel ein außergewöhnliches Kostüm selbst genäht. „Ich bin in diesem Jahr als Biotonne verkleidet. Mein Sohn meinte noch, ich solle aufpassen, dass die Müllabfuhr mich nicht abholt“, sagt sie lachend.

„Keine Sorge, da passen wir auf“, meint der 20-jährige Sebastian Trasch, der mit vier Kumpels neben den Frauen steht. Spontan sind die jungen Männer gekommen, weswegen sie auch keine Kostüme anhaben. 60 Jahre Altersunterschied trennen die beiden Zuschauer, die nun in ein Gespräch über das Mülltonnenkostüm vertieft sind. Sichtlich stolz zeigt Hentel dem jungen Mann, dass sie sogar an den Deckel der Mülltonne gedacht hat, für den sie ein rundes, flaches Kissen auf die Rückseite des Kleids genäht hat.

Popcorn und Partymusik

Am Straßenrand haben sich die Taschen der Kinder derweil gefüllt, großzügig werfen die Fasnachter Bonbons und Popcorn. Kleine Tanzmariechen und große Musikgruppen sorgen für gute Stimmung, genauso wie die Vereine in raffinierten Kostümen. Der Männerchor Oppau beispielsweise ist ganz in Weiß unterwegs, „Badeschaum“ aus Plastikkugeln und Seifenblasen inklusive.

„Die Gruppe denkt sich jedes Jahr tolle Kostüme aus“, honoriert auch der Oppauer Ortsvorsteher Udo Scheuermann die Männer. 26 000 Besucher konnten sich laut seinen Angabendavon überzeugen. „Es ist alles reibungslos abgelaufen und wir hatten viele tolle Gruppen. Es war ein fantastischer Umzug“, sagt er.

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