Ludwigshafen

Freizeit 250 Besucher freuen sich über das Rudelsingen im Kulturzentrum „dasHaus“ / Von Klassik bis Pop

Schräge Töne gehen unter

Archivartikel

Ludwigshafen.Bei Karaoke steht einer vorne, singt und blamiert sich, der Rest hat Spaß. Anders verhält es sich beim Rudelsingen. Zwei Musiker singen und spielen auf der Bühne, der Text wird angezeigt, das komplette Publikum singt mit. Schräge Töne gehen unter, keiner wird ausgelacht. Im Kulturzentrum „dasHaus“ wurde bereits das dritte Rudelsingen ausgerichtet, das mit 250 Gästen erneut gut besucht war.

Die meisten sind im Takt

„Ich war bei jedem Rudelsingen dabei, die Stimmung hier im Haus ist einfach großartig. Die meisten Lieder sind Oldies“, sagte Georg Bader, einer der eifrigen Sänger. „Wenn alle singen, hat es einen sehr angenehmen Klang, und meistens sind die Leute auch im Takt. Man geht hinterher nach Hause und sagt sich: Das war doch ein schöner Abend!“ Vorteilhaft sei auch, dass die Veranstaltung werktags laufe, da es am Wochenende viele konkurrierende Angebote gebe.

„Ich bin zum ersten Mal dabei und möchte mich überraschen lassen. Wir sind extra aus Landau hierhergefahren und haben große Lust am Singen“, meinte Regine Schmidt-Engel. „So etwas Rudelsingen zu nennen, finde ich besonders lustig. An Musik singe ich alles gerne, von Pop bis Zarah Leander.“ Ihre Freundin Sabine Pfirrmann hatte die Tickets online bestellt. „Ich wollte auf Nummer sicher gehen, dass die Karten am Abend nicht ausverkauft sind. Ich singe etwas schief, doch das merkt man in der Gruppe zum Glück nicht. Es ist schön ungezwungen.“

Für das Rudelsingen sind inzwischen in Deutschland zehn Teams unterwegs, die die Veranstaltung von der Bühne aus begleiten. Für Ludwigshafen zuständig ist das Team Odenwald aus Groß-Umstadt. „Wir spielen alles, von Evergreens bis hin zu klassischer Musik. Wir hatten auch schon ‚Freude schöner Götterfunken‘. Und bei jedem Auftritt, der drei Teile mit jeweils acht Liedern hat, ist ein Song von Abba und eines von den Beatles dabei“, sagte Volker Becker, der Klavier spielt. Der Abend begann mit einer passenden Hymne: „Music Was My First Love“ von John Miles.

Beim Lied „99 Lufballons“ von Nena stieg die Stimmung, und als eine Zeile aus „Yellow Submarine“ von den Beatles auf die Bayern umgemünzt wurde, kannte sofort jeder den Text. „Unter der Woche bin ich in ganz Süddeutschland beim Rudelsingen im Einsatz“, sagte Gitarrist und Sänger Uli Wurschy. „Ansonsten spiele ich noch in einer Kiss-Revival-Band.“