Ludwigshafen

Bildung Projekttag an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft I / Gespräche mit Politikern und Informationen über Erasmus-Programme

Schüler diskutieren Visionen von Europa

Archivartikel

Ludwigshafen.Wie wird die EU in zehn Jahren aussehen? Ist der Brexit, also der Austritt Großbritanniens, fix oder wird er vielleicht doch noch abgewendet? Und wie sieht es mit Visionen wie einem europäischen Mindestlohn aus? Mit Fragen wie diesen zu Europa konnten die Schüler der Berufsbildenden Schule Wirtschaft I (BBS) gestern zwei Landtagsabgeordnete löchern: Marion Schneid von der CDU sowie Heike Scharfenberger aus der SPD-Fraktion in Mainz.

„Wir müssen die EU mindestens auf dem Stand halten, wie sie jetzt ist – oder unsere Zusammenarbeit sogar noch ausbauen“, sagte zum Beispiel Scharfenberger auf die Frage nach ihrer Vision für Europa. Von den Schülern erwartet sie deshalb viel: „Sie müssen sich aktiv einbringen, wenn Sie wollen, dass Europa so bleibt!“ Der Besuch der beiden Politikerinnen fand im Rahmen des Europa-Projekttages an der BBS statt. Einen Vormittag lang wurden die Institutionen der EU vorgestellt und Auswirkungen der EU auf das Leben der Bürger diskutiert. „Und das Ganze auf eine sehr schülernahe Art und Weise“, sagte Schulleiter Wolfgang Stutzmann stolz. Schließlich waren es vor allem die sogenannten Europeers – drei junge Menschen, die von ihren persönlichen Erfahrungen in Europa berichteten.

Meist haben sie an einem der europäischen Erasmus-Programme teilgenommen. So zum Beispiel Anna Rikarda Walz, die einen europäischen Freiwilligendienst in Armenien absolviert hat: „Ich selbst habe in der Schulzeit eigentlich wenig über solche Programme gelernt, das musste ich alles selber ausfindig machen. Deshalb möchte ich jetzt den Schülern zeigen, welche Möglichkeiten sie haben.“ Beim Europatag berichtete sie von ihren Erfahrungen und erklärte, was die Europäische Union alles für Aufgaben hat. Bei den Schülern kam das gut an: „Es ist interessant, einmal mitzubekommen, was Europa so alles tut“, sagte zum Beispiel Alina Bender. Ähnlich sah das Leonie Koll. Die beiden Schüler wollen später auch mal ins Ausland gehen. Sie zieht es aber vor allem nach Neuseeland, Australien oder Kanada.

„Seit etwa fünf Jahren sind wir Europaschule“, sagte Stutzmann. „Wir bieten so zum Beispiel für unsere Berufsschüler die Ausbildung zum Europakaufmann oder auch das Europäische Wirtschaftsabitur an.“ Jedes Jahr gingen deshalb rund 50 Schüler für ein Praktikum ins Ausland. Austauschprogramme oder der Europatag, der zum zweiten Mal stattfand, sind dabei nicht alles. „Wir haben eine Europa-AG mit EU-Juniorbotschaften“, sagte Nils Sackmann, der für den Europatag die Organisation übernommen hat: „Heute gibt es da zum Beispiel ein Quiz, bei dem man Punkte sammeln kann. Wer gewinnt, fährt zusammen mit den Juniorbotschaftern nach Brüssel.“