Ludwigshafen

Kultur Jugendliche der Waldschule Mannheim zeigen Arbeiten im Hack-Museum / Anleitung in Heidelberger Atelier

Schüler schaffen Skulpturen

Archivartikel

Ludwigshafen.Tief in die Welt der Kunst sind die Schüler der neunten Klasse abgetaucht und schufen „imaginäre Räume“. So lautet auch der Titel der Ausstellung, die im Hack-Museum bis zum 30. Juni zu sehen ist. Die Jugendliche präsentieren ihre Werke als Ergebnis eines Kooperationsprojektes zwischen dem Ludwigshafener Museum, der Stadtbibliothek Mannheim, den Kulturagenten für kreative Schulen Baden Württemberg und der Waldschule Mannheim.

Wer als Außenstehender die Tonskulpturen erblickt, könnte sich fragen, ob sie wirklich von Schülern stammen und ob man sie erwerben und zu Hause hinstellen kann, so fantasievoll und ausgefallen sind die Ergebnisse.

Originell war auch die Vernissage. Wie die Elektro-Band Kraftwerk standen schwarz gekleidete Schüler an Tischen mit allerhand elektronischen Instrumenten und produzierten Töne und Rhythmen, während im Hintergrund Bilder der bizarren Skulpturen aus Ton, die sie während des Projektes gefertigt hatten, an die Wand projiziert wurden. Für die Musik zuständig war Zacharias Zschenderlein, der bei jedem Schülerprojekt neue musikalische Ideen aus der Trickkiste holt.

Mit Nudelholz zum Auftakt

„Was wir heute sehen und hören, sind die Ergebnisse einer Projektwoche. Wir sind überrascht, was für tolle Werke entstanden sind. Die Eltern sind herzlich eingeladen, die Skulpturen ihrer Kinder zu bewundern“, sagte Kuratorin Theresia Kiefer vom Hack-Museum. Auch Judith Denkberg de Gvirtz von den Kulturagenten hatte das Projekt begleitet: „Welche ungeahnte Ausdruckskraft verbirgt sich in unscheinbaren Tonklumpen? Werden sie zur Kunst, wenn man ihnen Gestalt verleiht? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schüler.“

Bevor das Formen mit Ton startete, gab es einen Rundgang im Hack-Museum, bei dem die Schüler mit der Kunstvermittlerin Ursula Dann Skulpturen besprachen. Danach ging es nach Heidelberg in ein Atelier, wo der Gruppe unter der Anleitung der Künstler Halil Kacemer und Diethelm Wonner die Verarbeitung und Gestaltung des Materials gezeigt wurde.

Der erste Schritt klingt konventionell: Den Ton mit dem Nudelholz in die gewünschte Stärke ausrollen. Erst ab dann begann die künstlerische Arbeit und das Verlassen von gewohnten Denkmustern. Immer an der Seite der Schüler war ihre Kunstlehrerin Isabel Foltz. Nachdem insgesamt 19 Skulpturen entstanden waren, wurden sie fotografiert und in einem Katalog festgehalten, als Erinnerung für die Schüler. Diese konnten sich durch das Projekt bei Eltern, Lehrern und Schulleiter Jörg Schuchardt in einem anderen Kontext zeigen.

„Ich habe mir die Ausstellung angeschaut und war verblüfft über die Ergebnisse. Vor allem, wenn man an manchen Skulpturen Namen findet, die man nur daher kennt, weil diejenigen mal ins Zimmer des Rektors mussten, weil sie was angestellt hatten“, so Schuchardt. Insgesamt hatten sich 28 Schüler beteiligt. Sie hatten die Wahl zwischen Musik und Skulpturen, doch manche waren so eifrig, dass sie bei beiden Projekten mit dabei waren.