Ludwigshafen

Kultur Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums geben viel beklatschtes Jahreskonzert im Pfalzbau

Schulleiter erlebt vier Momente des Stolzes

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Jahreskonzerte des Carl-Bosch-Gymnasiums sind immer eine Klasse für sich: Mehr als 800 Schüler wirken daran mit, von den Jüngsten der Jahrgangsstufe fünf bis zu Absolventen, die ihr Abitur bereits in der Tasche haben. Es gibt vier Aufführungen mit jeweils leicht variierendem Programm im Theater im Pfalzbau, am Ende werden heuer voraussichtlich rund 4500 Zuschauer dem Großereignis beigewohnt haben.

Musikalische Größe zeigte auch das Sinfonieorchester der Schule, das unter dem Dirigat von Joachim Schall – der auch für die Gesamtleitung der Sommerkonzerte verantwortlich zeichnet – den Premierenabend mit Beethovens Egmont-Ouvertüre eröffnete. „Heartbeat“, also „Herzschlag“, lautet das diesjährige Motto der vom Verein der Freunde des Carl-Bosch-Gymnasiums veranstalteten Reihe. Er glaube, so einfach sei es für ihn als Schulleiter noch nicht gewesen, eine Begrüßungsrede zu halten, erläuterte Ulf Boeckmann. Er habe eigentlich nur darüber nachdenken müssen, was im letzten Jahr sein Herz habe schneller – im Sinne von höher– schlagen lassen: Die Momente, in denen er „ganz besonders stolz“ auf Schüler, Kollegium, die Eltern die Schulgemeinschaft insgesamt gewesen sei, so der Schulleiter.

Dramaturgie gelingt mit Bravour

An jedem der vier Abende werde er einen anderen solchen Moment beschreiben, zur Premiere nannte er die „Fridays for Future“-Klimaschutz-Aktion.

„Und das ist der Geist, in dem wir auch unsere Schüler erziehen: Wenn euch etwas nicht passt, wenn Ihr eine andere Meinung habt, dann sagt sie. Und auch, wenn es uns unbequem ist, weil wir noch keine Antworten darauf haben, dann bin ich stolz, solche Schülerinnen und Schüler zu haben“, betonte Boeckmann. Ungemein stolz können die jungen Akteure auch auf ihre künstlerische Leistung sein – ob Sinfonieorchester, die Chöre der Klassenstufen fünf bis acht und neun bis 13, Sinfonisches Blasorchester, Big-Band, Mittelstufensinfonieorchester 2 und Mittelstufenblasorchester 2, Juniorblasorchester oder Kammerorchester: die Besucher erlebten rund drei Stunden exquisite, stilistisch weitgefächerte Darbietungen, von den Instrumentalisten ebenso wie von den Vokalisten und Tänzern. Wobei die Übergänge der musischen Disziplinen fließend und damit umso bemerkenswerter sind – sind doch alle Sänger und Tänzer zugleich auch als Orchestermusiker aktiv.

Bei einer Veranstaltung dieses Formats sind zudem auch Organisation, Technik und Dramaturgie eine Kunst für sich – die hier gleichfalls mit Bravour bewältigt wurden. Am Ende honoriert das Publikum eine fulminante Konzertpremiere mit stürmischen Applaus.