Ludwigshafen

Justiz Landgericht Frankenthal verurteilt 26-Jährigen nach Vorfällen in Ludwigshafen und Altrip / Gutachter sieht „klare Diagnose von Abhängigkeit“

Sechs Jahre Haft wegen Drogenhandels

Archivartikel

Ludwigshafen.Zu sechs Jahren Freiheitsstrafe wegen bandenmäßigen Drogenhandels und unerlaubten Waffenbesitzes ist ein 26-jähriger Mann verurteilt worden. Zudem ordnete die Zweite Große Strafkammer des Frankenthaler Landgerichts die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungseinrichtung an.

Der Mann hatte die Vorwürfe der Anklage gestanden. Demnach handelte er zwischen November 2016 und Juli 2017 in Ludwigshafen und Altrip mit zwei mutmaßlichen Mittätern mit Betäubungsmitteln – gegen die anderen Männer wird derzeit in einem getrennten Verfahren verhandelt. Der 26-Jährige verkaufte unter anderem 1,5 Kilogramm Amphetamin und mehrere Hundert Gramm Marihuana mit Gewinn oder hielt es zum Verkauf bereit.

Er habe die Drogen herstellen sollen, alle drei hätten sich zudem scharfe Schusswaffen beschafft, führte Staatsanwältin Gabriele Werner in ihrem Vortrag aus. In der Ludwigshafener Wohnung sowie einer weiteren Unterkunft des Angeklagten in Altrip hatte die Polizei Drogen gefunden. Zudem wurden eine Feinwaage, Chemikalien und – „griffbereit“ in einer Sporttasche – eine geladene Pistole samt Schalldämpfer sichergestellt.

Appell des Richters

Dem Urteil ging ein Rechtsgespräch zwischen den Prozessbeteiligten voraus: Im Falle eines Geständnisses, das sowohl „eine Bandenabrede, den Bandenhandel als auch das bewaffnete Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ beinhalte, werde die Kammer eine Strafe verhängen, „die fünf Jahre sechs Monate nicht unterschreitet und sechs Jahre sechs Monate nicht überschreitet“, erläuterte der Vorsitzende Richter, Karsten Sauermilch.

Nach einem eindringlichen Appell des Vorsitzenden und weiterer Bedenkzeit ließ der Angeklagte zu Protokoll geben, dass die erhobenen Vorwürfe in Bezug auf seine Person voll umfänglich zutreffen. Die Staatsanwältin hatte nach der Beweisaufnahme auf sechseinhalb Jahre Gesamtstrafe plädiert, Verteidiger Thomas Dominkovic auf fünfeinhalb Jahre. „Wir haben es hier mit einer Abhängigkeitserkrankung zu tun“, hatte der Rechtsanwalt mit Blick auf seinen Mandanten erklärt. Ein medizinischer Sachverständiger hatte dem bereits einschlägig vorbestraften 26-Jährigen in seinem Gutachten eine „klare Diagnose von Abhängigkeit von Stimulanzien und Alkohol“ gestellt. mav