Ludwigshafen

Politik Monika Kleinschnitger schreibt offenen Brief / Liborio Ciccarello weist Kritik von sich

Sexismusvorwurf im Stadtrat

Archivartikel

Ludwigshafen.Monika Kleinschnitger, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat, wirft Linken-Fraktionschef Liborio Ciccarello Sexismus vor. In einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, den Stadtvorstand und alle Fraktionsvorsitzenden kritisierte sie ein beschämendes Verhalten in der Stadtratssitzung am Montag.

Nachdem sie einen Antrag vorgetragen habe, soll Ciccarello „Was haben Sie geraucht, Frau Kleinschnitger?“ gesagt haben. Anschließend soll noch der Satz: „Das Beste ist Ihre Stimme, Frau Kleinschnitger“ gefallen sein. „Verbale Anzüglichkeiten dieser Art sind unanständig und haben nichts mit politischer Debatte zu tun“, betont Kleinschnitger.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, weist Ciccarello die Anschuldigungen entschieden von sich. „Ich habe diese Äußerungen in der Form nicht getätigt“, betont er im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Anspielung auf den Haschischkonsum habe er in Richtung der gesamten Grünen-Fraktion getätigt. „Ein bisschen Polemik muss im Stadtrat erlaubt sein, solange bestimmte Grenzen nicht überschritten werden.“

Bei der zweiten Aussage habe ihn Kleinschnitger falsch zitiert. „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich nur um eine Fehlinterpretation oder um eine böswillige Unterstellung handelt, um mich zu diffamieren“, so der Linken-Stadtrat. Er habe gesagt: „Auf den ersten Blick klingt das alles ganz plausibel, vor allem mit Ihrer Stimme, Frau Kleinschnitger. Aber es ist konfus.“ Zum Beleg habe er sich noch einmal die Videoaufzeichnung der Sitzung angesehen. Ciccarello selbst fühlt sich als Opfer. „Mit meinem italienischen Hintergrund könnte man die Vorwürfe als rassistisch bewerten.“ 

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