Ludwigshafen

Sommer, Samu, Sonnenschein

Archivartikel

Ludwigshafen.Es sind prägende 90 Minuten auf dem Stadtfest in Ludwigshafen. Denn während Juli „Die perfekte Welle“ zur langsam untergehenden Sonne ein letztes Mal über den Berliner Platz huschen lässt und sich die Menge in bester Sommerlaune im Jubilieren übt, schließen sich langsam aber sicher auch noch die letzten vorhandenen Lücken – und das hat seine Gründe.

Denn mit Sunrise Avenue wartet an diesem Hauptabend nicht irgendein Headliner auf der Ovalbühne auf tausende von lauschenden Ohren. Allein Frontmann Samu Haber genießt hierzulande längst einen Kultstatus, den er auch nach seiner Zeit als Juror von „The Voice of Germany“ prächtig zu pflegen verstand. Doch auch die restlichen Musiker die Quintetts aus dem finnischen Espoo bringen zum Stadtfest-Hauptkonzert kein bisschen weniger Druck auf die Bretter – und liefern den Fans gemeinsam mit ihrem Frontmann einen Abend, der es im Wortsinne in sich hat.

Was dabei von Beginn an besticht, ist die bezwingende Leichtigkeit, mit der sich die dynamischen New Pop-Stücke der Band Raum verschaffen. Denn ob „Question Marks“ in eher nachdenklichere Gefilde führen, oder „Forever Yours“ die Saiten der emotionalen Klaviatur kräftig anschlägt: Immer sind die Melodien hier von einer tiefen Genießbarkeit umgeben, die das Stadtfest-Publikum herrlich auszukosten versteht.

Fast ist man da geneigt, den Klassiker gewordenen Ballermann-Hit „Ab in den Süden“ ruhmvoll umzutexten, denn so selbstverständlich locker und gleichsam zupackend wie die Jungs von Sunrise Avenue hier überzeugen, darf man ihren Erfolg in Ludwigshafen auf diese einfache Formel bringen: Sommer, Samu, Sonnenschein.

Was bei aller präsentierten Qualität für die schnörkellose Authentizität spricht, die ein bodenständig-humoristischer Samu Haber sich niemals verbieten lässt – aber gleichzeitig auch für die Kraft spricht, die zwischen Musikern und Publikum im Hier und jetzt entsteht. Da mögen „Fairytale Gone Bad“ und grandios performte „Hollywood Hills“ um kurz vor Mitternacht die Dunkelheit noch einmal erhellen: Es sind die Vibrationen zwischen Mensch und Musik, die einen Abend als Erlebnis enden lassen, der mit hitziger Aufregung begonnen hatte. Wenn das keine Erlösung ist!

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