Ludwigshafen

Kreditinstitut Personalabbau soll bis 2020 über Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen / „Kündigungen ausgeschlossen“

Sparkasse streicht 53 Stellen

Archivartikel

Ludwigshafen.Zum zweiten Mal binnen drei Jahren plant die Sparkasse Vorderpfalz einen kräftigen Personalabbau. „Um Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, werden wir 53 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2020 auf sozialverträgliche Weise streichen“, sagte Vorstandsvize Clemens G. Schnell bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz. Davon betroffen seien vor allem interne Verwaltungsbereiche. Keine Abstriche gebe es hingegen bei den Beratungsangeboten und der Zahl der Geschäftsstellen. „Die Stellen sollen über Fluktuation sowie sozialverträgliche Abfindungs- und Altersteilzeitangebote reduziert werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen“, erklärte Schnell. Derzeit beschäftigt die Sparkasse 965 Mitarbeiter.

„Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Digitalisierung, die sich auf das Kundenverhalten auswirkt, sind die Rahmenbedingungen schwieriger geworden“, erläuterte Vorstandskollege Thomas Traue die generelle Situation. Ab Ostersonntag übernimmt der 55-Jährige als Nachfolger von Rüdiger Linnebank den Chefposten bei der Sparkasse. Mit der Jahresbilanz 2017 zeigte er sich indes zufrieden. „Wir können ein solides Wachstum präsentieren – nicht nur beim Kredit- und Wertpapiergeschäft. Der Jahresüberschuss sei um 300 000 Euro auf 7,2 Millionen Euro gestiegen. Zudem wurden die Vorsorgereserven zur Stärkung der Eigenkapitalbasis um zwölf Millionen Euro aufgestockt.

Im Nachfolgenden die Aspekte im einzelnen:

Stellenabbau: Nachdem die Sparkasse wegen der Fusion ab 2015 rund 130 Arbeitsplätze gestrichen hat, folgt nun eine zweite Runde. „Laut einer Kapazitätsanalyse können Sparkassen mit ähnlicher Größenordnung und Struktur den Arbeitsablauf mit 53 Vollzeitstellen weniger bewältigen“, begründete Schnell die Personalreduzierung. Als ein Beispiel nannte er die Verwaltung der 40 000 Kreditakten. Diese Aufgabe werde künftig entfallen, weil die Bestände digitalisiert würden. „Insgesamt 14 Stellen sollen durch eine natürliche Fluktuation gestrichen werden, die anderen durch freiwillige Angebote an Mitarbeiter“, ergänzte Traue. Bei den Geschäftsstellen seien hingegen in absehbarer Zeit keine größeren Änderungen geplant – weder ein Wegfall noch eine Umwandlung in einen Selbstbedienungsstandort. „Wir können aber für die Zukunft nichts ausschließen, zumal viele Kunden nur einmal jährlich eine Filiale aufsuchen“, sagte der designierte Vorstandschef. Hinzu kommt, dass bereits 106 000 der 154 000 Kunden Online-Banking nutzen und 21 000 ihre Bankgeschäfte über die Sparkassen-App erledigen.

Jahresbilanz 2017: Trotz guter Zahlen kein Grund zur Entwarnung – lautet der Tenor. Vor allem auf private Baudarlehen ist der Zuwachs im Kreditgeschäft um 3,7 Prozent zurückzuführen. Das Firmenkundengeschäft habe sich ebenfalls positiv entwickelt, so Traue. Die Darlehenszusagen hierfür erhöhten sich um 33 Prozent auf 340 Millionen Euro. Generell habe die Nachfrage nach qualifizierter Beratung von Unternehmen zugenommen – auch bei Auslandsgeschäften. Deshalb stockte die Sparkasse, die in dem Bereich mit der Landesbank Baden-Württemberg kooperiert, diese Abteilung personell auf. Auch Wertpapiere stehen bei den Kunden hoch im Kurs. Die Umsätze stiegen um 37 Prozent auf 787 Millionen Euro. „Obwohl sich viele Geschäftsfelder positiv entwickelten, schrumpft die Zinsmarge, unsere wichtigste Ertragsquelle, weiter. Zugleich steigen die Kosten der Bankenregulierung“, bilanzierte Traue. Eine nachhaltige Besserung sei nicht in Sicht. „Denn weder bei der Höhe der Staatsverschuldung noch bei der Inflationsrate sind Änderungen absehbar.“

Spenden/Sponsoring: Unverändert stark förderte die Sparkasse 2017 rund 1000 Vereine, Schulen und Projekte mit 1,1 Millionen Euro. Die fünf Stiftungen steuerten dafür 300 000 Euro bei. An diesem gesellschaftlichen Engagement, so der Vorstand, ändere sich 2018 nichts.