Ludwigshafen

Hauptversammlung GAG hat nach Lockdown teilweise Mieten erlassen / 2019 Überschuss von 2,3 Millionen Euro / Bauprojekte stehen an

Spatenstiche für 150 Wohnungen gesetzt

Archivartikel

Ludwigshafen.Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Wohnungswirtschaft aus, wenn auch indirekt und längst nicht so stark wie auf andere Branchen. So seien auch GAG-Mieter von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffen, begründete GAG-Vorstand Wolfgang van Vliet in der Hauptversammlung im Heinrich-Pesch-Haus am Freitag. Und auch bei gewerblichen Mietern habe man nach dem Lockdown im März Mietausfälle zu verzeichnen gehabt. Drei Monatsmieten habe die GAG gewerblichen Mietern erlassen, die von der Schließung betroffenen waren – auch weil es in der gegenwärtigen Situation kaum möglich wäre, etwa für Gaststätten neue Pächter zu finden. „Wir wissen nicht, was Corona noch bringt“, so van Vliet. Er zeigte sich aber „verhalten optimistisch“. Nach Hochrechnungen ist für 2020 ein Jahresüberschuss von 1,5 Millionen Euro zu erwarten.

Bei der GAG selbst habe man gleich zu Beginn der Krise einen Verdachtsfall gehabt, der sich aber nicht bestätigt hatte. Um Ansteckung zu vermeiden, habe man auf Homeoffice gesetzt und auf Publikumsverkehr verzichtet. So fanden über Wochen keine Wohnungsübergaben und -besichtigungen statt. Veranstaltungen zum 100. Jubiläum der GAG wie der offizielle Festakt, Mieterfeste und der „Sommer im Park“ mussten abgesagt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigte sich die Lage für die kommunale Wohnungsbaugesellschaft sehr stabil. Die GAG konnte ihren Jahresüberschuss auf 2,3 Millionen Euro festschreiben und liegt damit über dem erwarteten Ergebnis des Wirtschaftsplans. „Die GAG kann auf ein ereignisreiches, erfolgreiches 2019 zurückblicken. Wir konnten vier Spatenstiche machen, die den Baustart von insgesamt 150 neuen Wohnungen markierten“, so van Vliet. Fertiggestellt und von den Mietern bezogen wurden im vergangenen Jahr 51 öffentlich geförderte Wohnungen. Dabei habe man den anhaltenden Bedarf nach neuem Wohnraum im Blick, vor allem für Menschen, die es auf dem freien Wohnungsmarkt schwer haben. „Auch im Bestand geht die GAG mit klaren Konzepten zur Modernisierung vor. Die soziale Komponente wird immer mitgedacht“, sagte Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Jutta Steinruck.

Neubau auf Parkplatz an BG Klinik

In einem Ausblick ging van Vliet auf laufende und geplante Projekte ein. So wurde in der Heinigstraße mit dem Bau eines neuen Wohnhauses mit 17 Wohneinheiten begonnen. In der Flurstraße sollen 88 neue Wohnungen entstehen und im Erfurter Ring in Ruchheim insgesamt 125. Heute noch als Parkplatz genutzt wird ein Gelände in der Semmelweisstraße an der BG Unfallklinik. Dort sollen ab dem zweiten Halbjahr 2021 voraussichtlich 60 neue Wohneinheiten entstehen. In der Adolf-Diesterweg-Straße in Oggersheim müssen erst noch Grabungen erfolgen, bevor die „archäologische Verdachtsfläche“ für den Neubau von 84 Wohnungen freigegeben werden kann. In der Neuweisenstraße in Friesenheim laufen noch Machbarkeitsstudien. Dort könnten 30 Wohneinheiten entstehen.

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