Ludwigshafen

Soziales 120 Jugendliche erörtern bei evangelischem Konfirmandentag Aspekte einer gerechten Welt / Film, Spiele und Gottesdienst

Spielerische Begegnung mit Reformator Luther

Archivartikel

Ludwigshafen.Junge Menschen versammelten sich in einem Zimmer, eine Truhe mit Schlüsseln lag parat, alles wirkte ein wenig geheimnisvoll, doch wo war hier der Ausgang? Um den „Escape Room“ auf dem Gelände der evangelischen Jugendfreizeitstätte Gartenstadt zu verlassen, mussten die Jugendlichen verschiedene Aufgaben bewältigen – und welches Thema lag näher als Martin Luther? „Wir wollten etwas ganz Neues ausprobieren“, sagte Florentine Zimmermann, Stadtjugendpfarrerin und Organisatorin beim Konfitag des Dekanats.

Die spielerische Begegnung mit dem Reformator bereitete den Konfirmanden aus dem gesamten Stadtgebiet sichtlich Freude. Dabei war der eigens eingerichtete „Escape Room“ keineswegs der einzige Workshop, bei dem die Jugendlichen dem Motto der Veranstaltung auf die Spur kamen: „Wir stehen auf für…“ hieß das Credo, das auf vielfältige Weise mit Leben gefüllt wurde.

Dabei ging es etwa um geteiltes Glück, die Bekämpfung von Fluchtursachen und eine gerechtere Welt, wozu die Jugendlichen in einem Workshop Brot backen lernten. 15 Zugangswege zum Thema „Orientierung und Verantwortung“ standen zur Verfügung.

„Im Mittelpunkt steht die inhaltliche Auseinandersetzung“, betonte die Stadtjugendpfarrerin und blickte mit Stolz auf die rege Teilnahme der 120 Konfirmanden, die in der Gartenstadt dabei waren. Eingeladen hatten das Stadtjugendpfarramt, der Gemeindepädagogische Dienst sowie die Evangelische Jugend. Zu den Kooperationspartnern gehörten die Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer und das Landesjugendpfarramt.

Neben der Möglichkeit, Luther im „Escape Room“ zu retten, kam der künstlerische Aspekt nicht zu kurz: Konfirmanden erstellten einen Film und widmeten sich dem Lightpainting, einer Technik, mit der Fotografien bei Dunkelheit durch die Bewegung von Lichtquellen produziert werden. Wer sich hingegen körperlich verausgaben wollte, nahm an den Spielangeboten im Freien teil. „Wir lassen euch spielen, bis ihr müde seid!“, lautete die Ansage. Da wurde gerannt, gekämpft, gerungen – und ein Gruppengefühl entwickelt.

Auf diese Weise soll der Zusammenhalt für die Konfirmandenzeit gestärkt werden. Dies ist ein wesentliches Anliegen des Konfitages. Ein gemeinsames Abendessen, Brettspiele, Volleyball und die Disco rundeten den Erlebnistag ab. Dass die Evangelische Kirche offen für neue Wege ist, schlug sich in der Gestaltung des Jugendgottesdiensts nieder. Für Schwung in der St.-Hedwig-Kirche sorgte die Band der Evangelischen Jugend Oggersheim, die einen Bogen von bekannten Kirchenliedern bis hin zu „We are the World“ spannte, womit einmal mehr zum Aufstehen für eine gerechtere Welt animiert wurde.