Ludwigshafen

Jubiläum 1993 wurde die Ludwigshafener Leichtathletikhalle eingeweiht / Initiator Karl Heinz Ries erinnert sich an lange Vorbereitungen

Sportliche Kaderschmiede wird 25

Archivartikel

Ludwigshafen.Der 26. Juni 1993 war eine Sternstunde für die rheinland-pfälzische Leichtathletik: An diesem Tag wurde neben dem Marathontor des Ludwigshafener Südweststadions die Leichtathletikhalle eingeweiht – auch heute noch die einzige Halle dieser Art im Land und eine regelrechte Kaderschmiede.

Rund 10,1 Millionen Mark kostete damals das nach dem viel älteren benachbarten Stadion teuerste Sportprojekt der Stadt. Für den Unterhalt muss die Stadt nach Angaben von Sportchef Thomas Gerling derzeit jährlich etwa 100 000 Euro aufbringen. Seit 1995 ist die Leichtathletikhalle Trainingsstätte des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz – kein Wunder: Nirgendwo sonst im Land gibt es eine ähnlich gute Möglichkeit, auch im Winter zu trainieren. So kann sich die Ludwigshafener Halle rühmen, für die Weitsprung-Goldmedaille von der zweifachen Olympiasiegerin Heike Drechsler (2000) und den EM-Titel von Christian Reif (2010), für die sechsfache Deutsche Meisterin und Weltklasse-Stabhochspringerin Lisa Ryzih (alle ABC Ludwigshafen) und mehrere Läufer und Springer bereits im Winter Voraussetzungen für ihre Erfolge geboten zu haben.

Untrennbar verbunden ist die Leichtathletikhalle mit dem Namen ihres Initiators Karl Heinz Ries. Der jetzige Ehrenvorsitzende des ABC Ludwigshafen, 1957 in Kiel deutscher Hallenmeister mit der Dreimal-1000-Meter-Staffel von Phönix Ludwigshafen, saß damals im Stadtrat und begeisterte auch Oberbürgermeister Werner Ludwig für das Projekt. Der SPD-Politiker konnte sogar einen CDU-Mann ins Boot holen – den damaligen rheinland-pfälzischen Sportminister Kurt Böckmann. „Es waren komplizierte Gespräche,“ erinnert sich der 82-jährige Karl Heinz Ries an die politischen Vorbereitungen für den Bau.

Nicht alle seine Wünsche gingen damals in Erfüllung. So ist Ries noch heute unglücklich, dass es in der Halle nur wenige Zuschauerplätze gibt: „Es wurde halt auch damals schon an allen Ecken und Enden gespart,“ bedauert der Rheingönheimer, „aber wir waren froh über die letztlich machbare Lösung.“ Und die konnte sich sehen lassen: 1997 erhielt das Planungsbüro Seepe und Seepe für die „herausragende Bauweise der Halle“ sogar einen Architekturpreis. Dabei ist die in einer Senke gebaute Halle von der oberhalb vorbeiführenden Maudacher Straße kaum zu sehen.

Wichtig ist für die Nutzer – und das sind und waren Leichtathleten aus dem ganzen Land und aus dem rechtsrheinischen Raum – ohnehin eher die hochmoderne, aus einem speziellen BASF-Kunststoff bestehende Innenausstattung auf rund 5000 Quadratmetern: Sechs 60-Meter-Sprintbahnen, vier 200-Meter-Bahnen mit Kurvenüberhöhung, drei Weitsprunganlagen und jeweils eine Hochsprung-, Stabhochsprung-, Dreisprung- und Kugelstoßanlage. Auch Diskus- und Speerwerfer können in der Halle trainieren oder ihre Hallen-Wettkämpfe veranstalten. Wie die Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Titelkämpfe, die seit Jahren regelmäßig in Ludwigshafen stattfinden.