Ludwigshafen

Klinikum Aktion zugunsten der an Leukämie erkrankten Altenpflegerin Martina B. / 70 Menschen lassen sich typisieren

Stäbchen nach zwei Stunden aufgebraucht

Archivartikel

Ludwigshafen.Mund auf, Stäbchen rein – viel mehr ist es nicht, und schon ist alles vorbei, zumindest für die Teilnehmer der Typisierungsaktion im Klinikum Ludwigshafen. „Früher waren es zwei Stäbchen, heute sind es drei“, entschuldigt sich Professor Michael Uppenkamp für die „Unannehmlichkeiten“. Denn für brauchbare Resultate muss die Mundschleimhaut abgestrichen werden, erklärt der Direktor der Medizinische Klinik A, dessen Team die Aktion gestern durchführte. „Kein Problem, das tut ja nicht weh“, antwortete Branka Prskalo (46), „zudem ist es ja für eine gute Sache.“

„Martina möchte leben“ hieß es auf Flugblättern, in einer Krankenhaus-Rundmail und in dem sozialen Netzwerken im Internet – ein Aufruf, der von rund 70 Typisierungswilligen gehört wurde. Das Wartezimmer war schon nach fünf Minuten voll, vor dem Eingang der Onkologischen Ambulanz im Haus D bildeten sich Schlangen. Vor allem Mitarbeiter des Klinikums sind dem Aufruf gefolgt, denn es ging um eine der ihren: Martina B., Mitarbeiterin in der Medizinischen Klinik B im Klinikum, leidet an Akuter Myeloischer Leukämie (AML). Sie kämpft bereits seit gut einem Jahr gegen die Leukämie.

„Die Erkrankung wurde recht früh entdeckt und konnte auch schnell therapiert werden“, berichtete die 45-jährige Mutter zweier Kinder vor der Aktion. „Die Resultate sprachen für sich und ich war bereit, wieder meine Tätigkeit als Altenpflegerin aufzunehmen.“ Doch im Mai 2018 kehrte die Leukämie zurück. Für Martina kommt jetzt nur noch eine Stammzellenspende infrage. Innerhalb weniger Monate muss nun ein passender Spender gefunden werden. „Ich weiß, dass die Chancen nicht so gut stehen. Aber ich wünsche mir trotzdem, morgens aufzuwachen, gesund zu sein und noch viele Jahre mit meiner Familie leben zu können.“

Vor allem Mitarbeiter des Klinikums waren dem Aufruf gefolgt. „Es ist eine ehemalige Arbeitskollegin von mir. Da ist es selbstverständlich, dass ich mitmache“, erklärte Tina Eisel (54). „Ich habe heute ein bisschen eher Feierabend gemacht“, meinte André Kaiser (44), der seine Frau Kathrin (46) begleitete und auch nach den Stäbchen griff. Die waren nach zwei Stunden restlos aufgebraucht. Ergebnisse gibt es erst in einigen Tagen, in sechs bis acht Wochen bekommen die Neuregistrierten dann Post von der DKMS. Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet unter den 70 Neuregistrierten der richtige Spender dabei ist, ist aber relativ gering. „Das wäre ein Sechser mit Zusatzzahl“, so Uppenkamp. Umso wichtiger wäre es, wenn sich noch mehr Leute typisieren lassen. Kontakt unter www.dkms.de.