Ludwigshafen

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Stichwahl um OB-Posten am 15. Oktober

Archivartikel

Ludwigshafen. Die Nachfolge der Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) wird am 15. Oktober in einer Stichwahl geklärt. Im ersten Wahlgang am Sonntag kam keiner der vier Kandidaten auf die erforderliche absolute Stimmenmehrheit. Am besten schnitt SPD-Kandidatin Jutta Steinruck mit 48,3 Prozent der Stimmen ab. Sie trifft im zweiten Durchgang auf den CDU-Kandidaten Peter Uebel (40,1 Prozent). Die beiden unabhängigen Bewerber Thorsten Portisch und Dirk Schmitz, der der AfD angehört, kamen auf 6,2 Prozent beziehungsweise 5,4 Prozent.

Von den 122 000 Wahlberechtigten hatten 60,2 ihre Stimme abgegeben. Lohse, die auch Präsidentin des Deutschen Städtetages ist, war nach 16 Jahren aus persönlichen Gründen nicht mehr angetreten. Sie hatte im Mai 2001 den OB-Sessel in der roten Hochburg Ludwigshafen erstmals für die CDU gewonnen.

Die Europaabgeordnete Steinruck zeigte sich erfreut von dem Ergebnis, das ihre Anhänger mit kräftigem Applaus und "Jutta, Jutta"-Rufen feierten. "Da lässt sich drauf aufbauen", sagte die 55-Jährige. Eine am 19. August veröffentlichte Umfrage hatte sie noch knapp hinter dem Mediziner Uebel gesehen. Sie habe die Umfrage zwar gelesen, aber ihr Eindruck von der Realität sei ein anderer gewesen, sagte Steinruck, die nach eigenen Angaben in ihr Programm viele Anregungen von Bürgern übernommen hatte. Um die Themen - unter anderem Sauberkeit, Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum und Belebung der Innenstadt - werde sie sich weiter kümmern. Zudem werde sei von anderen Parteien wie FWG und Linken unterstützt.

Gegenkandidat Uebel sagte nach den ersten Wahlgang: "Ein paar Prozentpunkte hätten es mehr sein können, ja, absolut, das hätte ich mir gewünscht." Aber irgendwann sei klar gewesen, dass es zur Stichwahl komme, auch wegen der Zahl der Kandidaten. Die für ihn fehlenden Stimmen seien "absolut zu holen", weshalb er "sehr, sehr optimistisch" in die Stichwahl gehe. Als Themen nannte er wie Steinruck unter anderem Sicherheit, Sauberkeit und Belebung der Innenstadt. Auch für die Baufragen habe die Partei gute Konzepte, etwa für die geplante Stadtstraße, die an die Stelle der Hochstraße rücken soll.

OB Eva Lohse sagte, sie habe von Anfang an mit einer Stichwahl gerechnet. "Ich bin aber davon ausgegangen, dass die beiden Kandidaten näher beisammen liegen." Weshalb der Abstand größer sei, könne sie nicht sagen. "Für uns war es überraschend", sagte der Ludwigshafener CDU-Chef Ernst Merkel zum Ergebnis. Möglicherweise spiele auch die geplante Umbenennung der Rheinallee in Helmut-Kohl-Allee eine Rolle. Gerade in diesem Teil der Stadt habe Uebel - der Überbringer der Botschaft - kräftig an Stimmen verloren. Die geplante Umbenennung hatte bei Anliegern für Protest gesorgt.  (dpa/dls)  

  

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