Ludwigshafen

Freizeit Familien kommen beim Erlebnistag im Wildpark Rheingönheim auf ihre Kosten

Streicheln, spielen, lernen

Ludwigshafen.Einmal raus aus dem Lärm der Stadt und in der Natur frische Luft genießen - der Wildpark Rheingönheim ist der ideale Platz dafür. Normalerweise. Am Wochenende ging es dort aber alles andere als ruhig zu. Denn der Wildpark hatte zum Erlebnistag für Familien eingeladen, dem jährlichen Höhepunkt im Programm. Klar, dass es mit der Ruhe ganz schnell vorbei ist, wenn die Kinder sich freuen, dass sie Ziegen streicheln und über einen Hindernisparcours balancieren dürfen.

So wie Katharina Brandenburger. Laut lachend springt sie von einem Holzpflock zum nächsten: "Mama, Papa, kommt, macht mit!", fordert sie. "Deswegen sind wir hier. Die Kinder mögen den Park und die Tiere, sie lieben die Natur", erklärt Katharinas Mutter Sandra. Sie machen einen Ausflug in den Park, wie häufiger: "Eigentlich sind wir alle acht Wochen einmal hier. Es ist schön, wie die Tiere frei herumlaufen. Und die Kinder freuen sich, wenn sie sie streicheln und füttern können."

Und da ist natürlich auch der Erlebnistag mit seinen vielen Aktionen ein Muss. So gibt es zum Beispiel Planwagenfahrten durch den Park, vorbei an allen Tieren und Gehegen, vorbei an der Hexe Fabula, die den Kindern das Fliegen auf einem Besen beibringt und ihr Geheimnis um den BallaBalla-Baum lüftet. Auch Bogenschießen oder das Balancieren auf einer Slackline sind möglich. Und dann ist da noch der Aussichtspunkt der besonderen Art: Mit dem Hubsteiger, der sonst zur Baumpflege eingesetzt wird, können die Besucher bis zu 30 Meter in die Luft steigen und den Blick über den Park schweifen lassen.

Weitsprung gegen Hase und Hirsch

Diese Möglichkeit haben auch Aaron und sein Vater Patrick Merz genutzt. "Nochmal, nochmal! Es war so toll!", ruft der Sohnemann, als sie wieder sicheren Boden unter den Füßen haben. Doch sein Vater wiegelt ab: "Ich bin echt froh, dass man den Blick schweifen lassen konnte und nicht direkt nach unten schauen musste. Denn 30 Meter, das ist schon mehr, als man denkt." Familie Merz ist eigentlich nur zufällig auf den Erlebnistag gestoßen. "Wir versuchen immer, zwei Mal im Jahr hier zu sein. Dass ausgerechnet heute der Erlebnistag ist, wussten wir gar nicht. Aber es ist natürlich großartig, was wir dann hier alles machen können", sagt Vater Merz.

Der Wildpark möchte mit dem Erlebnistag vor allem seine Bekanntheit steigern und den Familien einen entspannten Sonntag ermöglichen. Neu sind die in diesem Jahr errichtete Weitsprunggrube, in der man sich in der Weite mit Hasen, Rotwild oder dem Iltis messen kann sowie der Balancierweg. Beides wurde im Rahmen des Projektes "Helfende Hände" errichtet und kommt bei den Kindern sehr gut an.

Die sollen aber nicht bloß Spaß haben, sondern nach Möglichkeit auch etwas über die Natur und die Tiere lernen. Hierfür gibt es die zahlreichen Infotafeln im Park. So können Besucher zum Beispiel die Flugrouten von Zugvögeln nachvollziehen oder erfahren, dass der Eisvogel wegen seines strahlenden Gefieders auch fliegender Edelstein genannt wird. Dass die Wildschweine sich im Dreck suhlen, um ihren Körper sauber zu halten, ist fast schon ein alter Hut.

Außerdem gibt es am Aktionstag auch zahlreiche Infostände, an denen die Kinder zum Beispiel ausgestopfte Tiere begutachten können oder das Leben der Fledermäuse erklärt bekommen. So stehen zum Beispiel Ornithologen bereit, um alles über die Vogelwelt in Ludwigshafen zu erklären. "Der Lebensraum für die Vögel wird immer kleiner, durch die Pestizide in der Landwirtschaft gibt es weniger Insekten, von denen sie sich ernähren", erklärt zum Beispiel Joachim Sieder. "Deshalb müssen wir wieder dafür sorgen, dass es genügend Nistplätze gibt und die Vogeltränken auch für Insekten nutzbar machen."

Im Wildpark kann man sich anschauen, wie genau dies möglich ist. Man kann aber auch einfach durch den Park wandern und die Tiere beobachten, wie sie sich in ihrer Ruhe auch von tobenden Kindern nicht stören lassen und einfach weiter die Sonne genießen. Raus aus dem Stadtlärm ist man auf jeden Fall.

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