Ludwigshafen

Wohnen FWG regt Rabatte an wie im Umland / Grüne halten den Vorschlag für Illusion / CDU kritisiert Bremser bei Weiherstraße-Projekt

Streit um Bauland für junge Familien

Ludwigshafen.Der Streit darüber, wie das Wohnungsangebot verbessert werden kann, reißt nicht ab. Die FWG schlägt vor, jungen Familien mit Kindern den Erwerb von Bauland zu erleichtern. Die Grünen lehnen dies als Illusion und nicht bezahlbar ab, sie pochen auf eine Sozialquote. Nach Ansicht der CDU müssen die grünen Fraktionen nun Farbe bekennen bei einer Intensivierung des Wohnungsbaus, bislang seien sie vor allem als Bremser und Verhinderer aufgetreten, etwa beim Projekt Weiherstraße.

Preise seit 2014 verdoppelt

„Die Grundstückpreise sind durch die Schieflage zwischen Angebot und Nachfrage in Ludwigshafen außer Kontrolle geraten“, sieht FWG-Fraktionschef Rainer Metz eine dramatische Entwicklung. Binnen fünf Jahren hätten sich etwa die Preise für Bauland in Rheingönheim fast verdoppelt – von 300 Euro pro Quadratmeter Fläche im Jahr 2014 auf 580 Euro. Dies mache es den meisten jungen Familien unmöglich, in Ludwigshafen ein eigenes Haus zu bauen. Die Verwaltung müsse ihnen bezahlbare Grundstücke anbieten.

In Altrip oder Waldsee werde dies bereits praktiziert, verweist die FWG auf andere Kommunen. Dort würden Familien mit Kindern bei der Vergabe der Flächen bevorzugt und pro Kind je nach Baugebiet zwischen 3000 und 5000 Euro Rabatt erhalten. Bauland sollte direkt an junge Familien verkauft werden, da die Einschaltung von Bauträgern die Kosten erheblich verteuere. Handlungsbedarf besteht laut Metz auch deswegen, weil bereits 70 Prozent der Arbeitnehmer in Ludwigshafen außerhalb der Stadt wohnen.

Die Grünen kritisierten den Vorschlag, weil dafür schlichtweg der Platz fehle. „Der Häuslebau auf der grünen Wiese kann im Ludwigshafen des 21. Jahrhunderts nicht mehr das Ideal sein. Die soziale Realität in der Stadt ist eine andere“, sagt Fraktionschef Hans-Uwe Daumann. Nötig sei Wohnraum für Familien und Einzelpersonen. Mit Fantasie müssten neue Wege für ein umfangreiches Maßnahmenprogramm beschritten werden. Die Grünen im Rat wenden sich gegen eine Verteufelung der Sozialquote, wie sie von FDP und CDU betrieben werde.

Auch die Fraktion Grüne und Piraten plädiert für eine Sozialquote als ein „Mittel für eine gute Durchmischung“ sowie für Dachaufstockungen und Baulückenschließungen. Die Sozialquote in Mannheim habe dort den Wohnungsbau nicht verringert, sagt Heinz Zell (Piratenpartei). Es gebe keinen empirischen Beleg dafür, dass in irgendeiner Kommune mit Sozialquote die Bautätigkeit oder die Nachfrage privater Investoren zurückgegangen sei. Selbst in der noblen Hamburger Hafencity existiere eine solche Quote.

„In Mannheim herrscht durch die Konversionsflächen eine völlig andere Situation als in Ludwigshafen, weshalb die Mannheimer durchaus mit der Sozialquote leben können“, entgegnet CDU-Fraktionschef Peter Uebel. Zudem sei dort das Mietniveau höher als in Ludwigshafen mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6,85 Euro pro Quadratmeter.

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