Ludwigshafen

Hemshof Mietvertrag von Kultkneipe gekündigt

Streit um „Maffe“

Ludwigshafen.Die Ludwigshafener Kultkneipe schlechthin ist in Gefahr: Am 14. August wird sich vor einer Zivilkammer des Landgerichts Frankenthal entscheiden, ob „de Maffenbeier“ mit seinem ungewöhnlichen Charakter als älteste Ludwigshafener Gaststätte mitten im Hemshof weiter bestehen bleibt oder unter neuer Leitung seinen althergebrachten Stil verlieren wird. Die Stammgäste sind aus dem Häuschen und haben sich im Internet zu einem „Unterstützenkreis“ formiert.

Was ist geschehen? Nach 26 Jahren hat ein 63-jähriges Mitglied der Erbengemeinschaft, der das zweistöckige Gebäude an der Ecke Goerdelerplatz/Rohrlachstraße gehört, dem Pächter Thomas „Fitschi“ Schulte-Hobein den seit 1992 bestehenden Mietvertrag gekündigt. Weil nicht alle Mitglieder der Erbengemeinschaft hinter dieser Kündigung stehen, wies Schulte-Hobein die Kündigung zurück – was zu einer Räumungsklage und einem Verfahren vor dem Frankenthaler Landgericht führte. Da der Kläger namentlich nicht bekannt ist, war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In der Literatur verewigt

„Der Maffenbeier“ oder – gut Pfälzisch – „de Maffe“ besteht als Gasthaus schon seit etwa 130 Jahren und ging 1904 als „Gaststätte zur Jägerlust“ in den Besitz von Katharina und Jakob Maffenbeier über. Jahrzehntelang waren diese die Betreiber der Gaststätte mit einem Biergarten. Thomas Schulte-Hobein trat 1992 als Pächter die Nachfolge an. Unter seiner Regie wurde das Lokal mit 70 Plätzen im urigen Inneren, 300 Plätzen im mauergeschützten Biergarten und 80 beheizten Biergartenplätzen zu einer Kultkneipe.

Sogar in die Literaturszene ging „de Maffenbeier“ ein, als der in London lebende Ludwigshafener Schriftsteller Arno Reinfrank (1934-2001) mit seinem Werk „Zwei Pfälzer in Paris. Un Weiteres vum Maffenbeier un de Dummeldingern“ dem Namen ein Denkmal setzte. In den Blickpunkt rückte das Lokal aber auch bei drei Bränden in den Jahren 2001, 2006 und 2007. rs