Ludwigshafen

Fasnacht Karnevalsverein Obbarer Dambnudle feiert Prunksitzung

Tanzende Ritter sorgen im Gemeindehaus für Furore

Ludwigshafen.Wenn die Stadt den karnevalistischen Ausnahmezustand erlebt, ist vieles erlaubt. Auch Scherze über die Netze entlang der maroden Hochstraße Nord zum Schutz vor herabfallenden Betonbrocken. Das dachte sich zumindest der Karnevalsverein Obbarer Dambnudle (KOD) und stellte die diesjährige Kampagne unter das Motto „Auch im 71. Jahr, der KOD kommt ohne Netze klar“. Mit der Prunksitzung im Oppauer Gemeindehaus startete der Verein in die närrische Hochsaison.

Präsident Horst Fischer kam in seiner Büttenrede nicht am Thema Hochstraße Nord vorbei. Das Bauwerk müsse für Außenstehende aussehen, als sei es vom Verpackungskünstler Christo in „G’schenkbabier“ gehüllt. Einst hatte der Kreative auch den Reichstag in Berlin vollständig verhüllt.

Ballett gibt Zugabe

Zwischen den Büttenreden zeigten Tanzmariechen ihr Können auf der Bühne im Gemeindehaus. Während die Gardemädchen des Karnevalsvereins Limburgerhof bisher für viel Aufmerksamkeit bei den Prunksitzungen sorgten, stahlen ihnen die Männer des Oppauer Männerballetts die Show.

Als Ritter kostümiert erzählten sie die Geschichte eines Lehnsmanns, der es leid war, mit den anderen Rittern auf einer Stufe zu sein. Er wünschte sich sehnlichst, ein Prinz zu sein. Die Leidenschaft, mit der das Ensemble tanzte, machte die Verwandlung des Ritters zum Prinzen durch eine liebliche Elfe so glaubhaft. Dem tobenden Publikum lieferte das Ballettensemble den Tanz ein zweites Mal.

In die Bütt trat Lothar Reichard, bekannt als „Der Hemshöfer“, und erzählte Episoden beispielsweise über die Zeugen Jehovas. Die beiden Possenreißer Hubert V. Eisenhauer und Hans-Peter Schmitt alias Bubbes und Schnoges lieferten satirische Büttenwitze. „Hosch in den Nachrichte gehört? De Trump soll entfiehrt worre sei?“, fragte Bubbes und beantwortet Schnoges Frage, was die Entführer wollen: „Wonn se net a Million Dollar kriege, losse sen widda raus.“

Humor mit lokaler Färbung zeichnete in diesem Jahr die Prunksitzung der Obbarer Dambnudle aus: Die schlimmste Krankheit, die ein Pfälzer kriegen könne, sei LRS – Leberwurst-Riesling-Intoleranz, wie Bubbes verriet.

Bei seiner ersten Tour als Touristenführer durch Ludwigshafen geriet Reichard an einen stolzen Amerikaner. Den Pfalzbau und das Wilhelm-Hack-Museum hätte man in den Staaten in wenigen Wochen errichtet, so der Tourist. Vor dem Geschossbau aus den 1970ern fragte er Reichard: „Und was ist das?“ Die Antwort des Hemshöfers: „Des wes ich net, des hott vor zwei Woche noch net do g’schtande.“ jug